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Ryanair-Chef sieht „keine Notwendigkeit für Reisebeschränkungen“ nach Impfung gefährdeter Gruppen

| von Michael Sprick

Ryanair-Chef Michael O'Leary sieht "keine Notwendigkeit für Reisebeschränkungen" nach Impfung von Risiko-Gruppen.


Ryanair warnt vor Verlust von fast 1 Milliarde Euro im "schwierigsten Geschäftsjahr"

Ryanair-Chef Michael O’Leary machte gegenüber BBC Radio 4 das Statement, dass er keine Notwendigkeit mehr für Reisebeschränkungen sieht, sobald gefährdete Gruppen geimpft seien. Diese Aussage fiel bei BBC Radio 4, als es um den wirtschaftlichen Zustand der Budget-Airline ging.

Rekord-Verluste im vergangenen Jahr

Die Fluggesellschaft teilte mit, dass das Verkehrsaufkommen in den letzten drei Monaten des Jahres 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 78 Prozent gesunken sei, was zu einem Verlust von 306 Millionen Euro im dritten Quartal geführt habe. Ryanair machte dafür zum Teil neue Einschränkungen und Reiseverbote in Großbritannien verantwortlich. Vor allem in der Woche vor Weihnachten führten neue Beschränkungen zu einem starken Einbruch des Flugverkehrs.

Ryanair gab in der Pressemeldung bekannt, es erlebe sein schwierigstes Jahr, da die sich ständig ändernden Reisebeschränkungen, die Sperrungen in Europa und die langsamere Einführung von Impfstoffen das Unternehmen auf einen Nettoverlust zwischen 850 und 950 Millionen Euro für das gesamte Jahr zusteuern ließen. Das wäre für Ryanair der erste Jahresverlust der Fluggesellschaft seit 2009.

Impfsituation in der EU bereitet Ryanair Sorgen

O’Leary beklagte auch das langsame Voranschreiten der Impfungen in EU-Staaten. Er freue sich dagegen über den schnellen Fortschritt der Impfungen in Großbritannien. Bis September sieht das britische Impfprogramm vor, allen Erwachsenen eine Impfung anbieten zu können. 

Der Misserfolg der EU gefährde das eigene Geschäft dagegen.“Die EU muss nun das langsame Tempo ihres Einführungsprogramms erhöhen, um mit der Leistung des Vereinigten Königreichs Schritt zu halten“, sagte O’Leary dazu. Das hat auch mit Ryanair-Chef Michael O’Learys Erwartungen für den Sommer zu tun.

„Keine Notwendigkeit für Reisebeschränkungen“ – Nach Impfung gefährdeter Gruppen

Er setzt auf eine Erholung bei den Sommerbuchungen, nachdem ältere und gefährdete Bevölkerungsgruppen zu großen Teilen geimpft sein werden. Er erwarte eine Wiederbelebung des europäischen Strandurlaubs in diesem Sommer. Urlauber könnten Reisen innerhalb Europas demnach Reisen ins außereuropäische Ausland stärker bevorzugen als zuvor.

„Dreiundneunzig Prozent aller Todesfälle, die durch das Coronavirus verursacht werden, betreffen Menschen über 65 Jahre. Wenn man dieses Risiko durch Impfungen in Großbritannien und in der EU eliminiert, dann sehen wir offen gesagt keine Notwendigkeit für Reisebeschränkungen“, sagte er im BBC Radio 4’s Today Programm.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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