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Sardinien: Sand-Diebe zahlen tausende Euro Strafe

| von Michael Sprick

Sardinien hat wunderschöne Strände, die den einen oder anderen Touristen dazu verleiten, sich ein kleines, unerlaubtes Souvenir zu leisten.


Italien: Sand Diebe zahlen tausende Euro Strafe
In Flaschen abgefüllter Strand-Sand. Bildnachweis: Sardegna Rubata e Depredata

Fast einen Zentner Sand haben die Zollbehörden von Sardinien am Flughafen Cagliari-Elmas sichergestellt, wie L’Unione Sarda berichtet. Es ist ein Vergehen, das die Behörden inzwischen hart bestrafen und nicht unbedingt als Kavaliersdelikt behandeln.

Fast ein Zentner gestohlener Sand an einem einzigen Wochenende

Die Menge von fast einem Zentner soll dabei allein am vergangenen Wochenende zusammengekommen sein. Auf einem Bild (Titelbild), das der Verein Sardegna Rubata e Depredata (zu Deutsch: Sardinien – Beraubt und Bestohlen) veröffentlicht hat, sind die mit Sand abgefüllten Flaschen zu sehen. Der Verein hat über 40.000 Likes auf Facebook und macht mit seiner Öffentlichkeitsarbeit auf das Problem aufmerksam.

So haben sich über die Jahre schon etliche Bilder angesammelt, die Flaschen, Behälter oder Tüten darstellen, in denen Touristen Sand angesammelt haben. Die Polizei bringt diesen Sand wieder an die Küsten Sardniniens. Bei diesen wird teilweise sogar festgehalten – offenbar durch Nachfrage bei den erwischten Touristen – von welchem Strand der Sand stammt.

Die schiere Menge macht dabei deutlich, dass es sich um ein dauerhaftes und langfristiges Problem handelt. Auf Dauer zerstört es nämlich die Strände Sardiniens. Es handelt sich also um ein Problem, das die sardinischen Behörden nicht einfach als Kavaliersdelikt behandeln können.

Beim Sanddiebstahl drohen harte Bußgelder

Die Übeltäter sind dem Bericht der sardinischen Zeitung zu Folge daher auch zu Geldstrafen verurteilt worden. Wie hoch diese ausgefallen sind, geht aus dem Bericht jedoch nicht hervor.

Italienischen Medien zufolge verhängt die Zollpolizei allerdings hohe Bußgelder, die im schlimmsten Fall bis zu 3 000 Euro betragen können. Offenbar handelt es sich bei diesen schlimmsten Fällen um größere Mengen, die Sand-Diebe offenbar zu kommerziellen Zwecken entwenden.

Der Handel mit Sand, Kieselsteinen und Muscheln ist auf Sardinien seit 2017 illegal. Sie sind ein Versuch, das langfristige Problem anzugehen. Sardinien hat seit Jahren mit Touristen zu kämpfen, die Sand und Muscheln als Souvenirs oder für den Online-Verkauf stehlen.

Die Polizei überwacht Häfen und Flughäfen und setzt bei Zollkontrollen Röntgenstrahlen ein, um den in Flaschen abgefüllten Sand im Gepäck der Reisenden zu entdecken.

Sand-Diebstahl-Fälle der letzten Jahre

Im Oktober letzten Jahres wurden vier Personen – zwei aus Polen, eine aus Italien und eine aus Frankreich – mit insgesamt 253 Muscheln, 12 Kieselsteinen und 700 g Sand angehalten.

Im Jahr 2019 hat der Zoll zwei französische Touristen mit 40 kg Sand vom Strand von Chia im Süden der Insel erwischt. Sie hatten ihn in 14 Plastikflaschen gefüllt, die die Behörden im Kofferraum ihres Autos gefunden hatten, als sie auf dem Weg zur Fähre zurück nach Frankreich waren.

Im Jahr 2018 wurde ein Italiener mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich zu einer Geldstrafe verurteilt, nachdem er Sand von einem Strand in der Nähe der nördlichen Stadt Olbia gestohlen hatte.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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