Reisenews » Schiffsverbot in Venedig: Italienische Regierung entschädigt Kreuzfahrtunternehmen

Italien News

Schiffsverbot in Venedig: Italienische Regierung entschädigt Kreuzfahrtunternehmen

| von Michael Sprick

Die italienische Regierung, die ein Fahrverbot für die größten Kreuzfahrtschiffe verhängt hat, wird die Unternehmen für das Jahr 2021 entschädigen.


Schiffsverbot in Venedig: Italienische Regierung entschädigt Kreuzfahrtunternehmen
Blick von der Ponte dell'Accademia. Bildnachweis: Unsplash / Israel Ferrera

Die italienische Regierung wird 57,5 Millionen Euro Entschädigung für Kreuzfahrtunternehmen und -betreiber bereitstellen, wie The Local berichtet. Das Verbot für große Schiffe, das historische Zentrum von Venedig zu erreichen, sorgte für starke wirtschaftliche Schäden bei den Unternehmen.

Insgesamt 57,5 Millionen Euro Entschädigung

Dreißig Millionen Euro werden für das Jahr 2021 an die Reedereien gezahlt. „Als Ausgleich für die Kosten, die durch die Neuplanung der Strecken und die Rückerstattungen an Passagiere, die auf die Reise verzichtet haben, entstanden sind“, so das Infrastrukturministerium.

Der Betreiber des vom Anlegeverbot betroffenen Terminals und andere betroffene Unternehmen werden 5 Millionen Euro für das laufende Jahr erhalten. Im nächsten Jahr folgen weitere 22,5 Millionen Euro.

90 000 Menschen sind von den Hafenaktivitäten der Stadt abhängig

Letztendlich werden die großen Schiffe im Industriehafen von Marghera anlegen müssen. Kleinere Kreuzfahrtschiffe dürfen derweil weiterhin im Herzen der Stadt anlegen. Derzeit baut die Stadt den eigentlichen Industriehafen von Marghera um, damit er bessere touristischen Bedürfnissen entspricht. Wahrscheinlich handelt es sich aber weiterhin nur umeine temporäre Maßnahme, da auch der Hafen von Margehera eigentlich noch in der Lagune von Venedig liegt. Italien stand unter starkem Druck, die Schiffe zu verbannen. Insbesondere durch die Drohung der UNESCO, Venedig von der Liste des Weltkulturerbes, zu streichen, falls nichts unternommen würde.

Umwelt- und Kulturschützer argumentieren, dass die von diesen Schiffen verursachten hohen Wellen die Fundamente der Serenissima untergraben. Zudem sollen sie das empfindliche Ökosystem der Lagune bedrohen.

Hafen- und Tourismusindustrie sind wichtige wirtschaftliche Faktoren in Venedig

Es stehen große wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel, da Kreuzfahrten der Stadt beträchtliche Einnahmen bescheren. Außerdem sorgen sie insgesamt für 400 Millionen Euro Einnahmen pro Jahr und 5.000 Arbeitsplätze. Insgesamt sind etwa 90.000 Menschen direkt oder indirekt von der Hafeninfrastruktur der Stadt abhängig.

Große Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 25.000 Bruttoregistertonnen dürfen nicht mehr in das Becken und den Kanal von San Marco und in den Giudecca-Kanal einfahren. Sie werden beschuldigt, das Zentrum der Dogenstadt zu gefährden.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

Erhalte jeden Tag alle Neuigkeiten: