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Schleswig-Holstein lässt als erstes Bundesland Vertrag mit Luca-App auslaufen

| von Michael Sprick

Schleswig-Holstein verlängert den Vertrag mit der Luca-App nicht. Grund ist, dass Kontaktdaten im Bundesland nicht mehr nachverfolgt werden müssen.


Schleswig Holstein lässt als erstes Bundesland Vertrag mit Luca App auslaufen
Strand Travemünde/Lübeck. Bildnachweis: Unsplash / Philippe Oursel

Seit Monaten wird in Deutschland über die Luca-App heftig diskutiert. Schleswig-Holstein macht nun Ernst und lässt die Lizenz auslaufen. Angeblich sollen negative Erfahrungen nicht der Grund für dieses Vorgehen sein. Darüber berichtet Heise.de.

Schleswig-Holstein verlängert Vertrag mit Luca-App nicht

Als erstes Bundesland hat Schleswig-Holstein den Vertrag mit dem Anbieter der Luca-App gekündigt. Grund dafür ist, dass die Landesregierung die Pflicht zur Kontaktdatenerhebung aufgehoben hat. Eine Wiedereinführung ist derzeit nicht in Sicht, weshalb es aus Sicht des Geschäftsführers des schleswig-holsteinischen Landkreistages Sönke Schulz keinen Grund mehr gibt, an der Luca-App festzuhalten.

Funktion der Luca-App

Mit der Luca-App konnten sich beispielsweise Gäste in einem Restaurant oder Café registrieren. Die Notwendigkeit dieser App wird seit Monaten kontrovers diskutiert. Es habe bis zur Aufhebung der Pflicht zur Kontaktdatenerhebung von den Gesundheitsämtern überwiegend positive Rückmeldungen gegeben.

Doch die Nutzung der App habe sich in den letzten Monaten jedoch stark reduziert. Auch Bayern, das Saarland und Baden-Württemberg debattieren über die Notwendigkeit einer Verlängerung. Nach aktuellem Stand wollen einige Bundesländer über die weitere Nutzung erst im Februar entscheiden.

In 13 von 16 Bundesländern ist die Luca-App zurzeit an die Gesundheitsämter angeschlossen. Im Frühjahr laufen die Verträge aus und verlängern sich ohne Kündigung um ein weiteres Jahr.

Aufruf zur Löschung verärgert Rapper

Es gibt noch einen weiteren Grund für die öffentliche Kontroverse über die Luca-App, nämlich den Datenschutz. So griff die Mainzer Polizei in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt auf der Suche nach Zeugen auf personenbezogene Daten aus der Luca-App zu. Auch die Polizei Heilbronn wollte zur Verfolgung eines Räubers auf die Luca-App zugreifen

. Einzelne Politiker aus den Reihen der Grünen und der FDP forderten daraufhin die Bevölkerung auf, die Luca-App von ihren Handys zu deinstallieren. Für diesen Aufruf zeigte der Rapper Smudo wenig Verständnis. Dieser hatte die App mitentwickelt, um seiner Band, den „Fantastischen Vier“ und anderen Musikern während der Pandemie Konzerte zu ermöglichen.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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