Reisenews » Sieben kuriose Neujahrsbräuche aus aller Welt

Kultur

Sieben kuriose Neujahrsbräuche aus aller Welt

| von Michael Sprick

Andere Länder, andere Sitten. Das gilt natürlich auch für Neujahr. In diesem Artikel stellen wir euch kuriose und interessante Bräuche für Neujahr vor.


Sieben kuriose Bräuche für Neujahr aus aller Welt
Leere Koffer vor der Haustüre findet man an Neujahr in Venezuela. Bildnachweis: Unsplash / Convertkit

Silvester beziehungsweise Neujahr wird fast auf der gesamten Welt gefeiert. Andere Länder besitzen andere Sitten. So mancher Neujahrsbrauch wirkt in unseren Breitengraden durchaus kurios oder gar skurril. Eine Reise durch die Neujahrsbräuche lohnt sich auf jeden Fall.

Brasilien – Farbe der Unterwäsche entscheidet den Jahresverlauf

Die Unterwäschenfarbe, welche unbedingt neu sein muss, hat in Brasilien einen direkten Einfluss auf den Jahresverlauf. Diese wird unter der weißen Bekleidung getragen. Nach seinem besonderen Herzenswunsch wird die Unterwäsche in weiß für Ruhe und Frieden sowie blau für Weisheit und Erkenntnis getragen. Grün gibt es für Gesundheit und Hoffnung, gelb für Reichtum und Geld sowie rosa für die Liebe.

In Variation gibt es diesen Trend auch in vielen spanischsprachigen Ländern. Dabei unterscheiden sich die Bräuche in den Bedeutungen oder beschränken sich auf bestimmte Farben. Besonders rot als Farbe der Liebe ist in vielen Ländern beliebt.

In Ecuador brennt das alte Jahr auf dem Scheiterhaufen

In Ecuador werden Vogelscheuchen angezündet und abgebrannt. Mit dieser Tradition wird alles Schlechte vom vergangenen Jahr vertrieben. Doch es handelt sich nicht um irgendeine Vogelscheuche, sondern diese menschenähnliche Figur wird mit den negativen Dingen gefüllt, welche das vergangene Jahr verkörpert hat. Dies können Fotos, persönliche Gegenstände oder Briefe sein.

In Spanien gibt es Weintrauben

Der spanische Brauch mit den Weintrauben dürfte vielen bekannt sein, auch da er in vielen anderen spanischsprachigen Ländern existiert. Mit den letzten zwölf Sekunden essen die Spanier zwölf Trauben. Doch aufgepasst, ein Aberglaube haftet dem Neujahrsbrauch an. Wer sich verzählt oder in das falsche Tempo abdriftet, erfährt im nächsten Jahr Unheil und Pech. Wer es im Einklang mit den Gongschlägen schafft, hat ein besonders glückliches Jahr vor sich.

Niederlande – Freiluft-Schwimmen im Winter

Viele Niederländer nutzen den Neujahrstag für ein Schwimmen im Freien. Dies ist eine relativ neue Tradition, die in den sechziger Jahren begann und seither immer mehr zunimmt. Ob das Schwimmen in kaltem Wasser gesund ist, ist umstritten. Definitiv sorgt es für die Ausschüttung von Adrenalin, jedoch verengen sich durch den Kälteschock auch die Blutgefäße. Daher ist Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen dringend davon abzuraten.

First Footing im Vereinigten Königreich

Ursprünglich kommt der Brauch wohl aus Schottland und er besteht dort darin, dass man den größten und kräftigsten Mann aus dem Freundeskreis zu sich einlädt. Er soll symbolisch eine Münze und für die Geselligkeit Whiskey mitbringen. Ist dieser Freund der erste, der durch die Tür eines Schotten geht (First Footing), wird das neue Jahr ein gutes Jahr.

In vielen Großstädten hat sich das First Footing jedoch modernisiert. Sobald das neue Jahr beginnt und die Glocken läuten, machen sich viele Briten auf den Weg und joggen zu ihren Liebsten und Freunden, um die ersten zu sein, die einen Fuß durch ihre Tür setzen.

Dänen zerbrechen Geschirr

Die Dänen sammeln altes Geschirr, um es an Neujahr zu zerbrechen. Die dabei entstandenen Scherben werden dann vor der Tür zu einem Haufen zusammengekehrt. Manchmal findet dieser Brauch nicht vor der eigenen Haustür statt, sondern vor der von Freunden und Verwandten. Dies ist jedoch nicht böse gemeint. Im Gegenteil, je größer der Scherbenhaufen vor der Türe ist, desto mehr Glück soll er bringen.

Südamerika – ein Brauch für Reiselustige

Zum Schluss gibt es in Südamerika auch einen Brauch für uns Reiselustige. Wer sich in Kolumbien ein Jahr voll mit Reisen und Abenteuern wünscht, umrundet den eigenen Wohnblock einmal mit einem leeren Koffer. In einer Variation aus Venezuela wird der leere Koffer lediglich vor die eigene Haustüre gestellt. In Zeiten der Pandemie dürfte dieser Brauch vermutlich bei vielen an besonderer Bedeutung dazu gewinnen.

___

Wir danken euch für das Lesen unserer Artikel im Jahr 2021. Durch die Pandemie haben sich viele von euch nicht die Lust am Reisen nehmen lassen. Reisen ist unserer Meinung nach ein unverzichtbarer Teil des Lebens und ein Weg, Neues zu erleben, für Entspannung oder Abenteuer zu sorgen und den Austausch zwischen Kulturen zu fördern. Es ist es wert, dafür zusätzliche Strapazen auf sich zu nehmen, aber natürlich wäre die Welt ein besserer Ort, wenn die Pandemie und damit verbundene Restriktionen bald enden würden.

Wir wünschen uns, dass das Jahr 2022 wieder ein besseres Reisejahr für uns alle wird! Kommt gut ins neue Jahr und lasst euch nicht die Lust am Reisen nehmen.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

Erhalte jeden Tag alle Neuigkeiten: