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Spanien: Barceló baut ein Luxus-Hotel im historischen Bahnhof von Canfranc

| von Michael Sprick

Die Barceló Group gestalten den historischen Bahnhof von Canfranc zu einem 5-Sterne-Hotel um. Eskönnte ein neuer Tourstenmagnet in den Pyrenäen werden.


Spanien: Barceló baut ein Luxushotel im historischen Bahnhof von Canfranc
Die Frontfassade des Bahnhofs. Bildnachweis: Wikimedia / Marc Celeiro

Die Barceló Hotel Group wird den historischen Bahnhof von Canfranc in ein 5-Sterne-Hotel umbauen. Das Hotel soll mit 104 Zimmern im Winter 2022 eröffnen, wie der Periódico de Aragón schreibt.

Die Pläne von Barceló

Die historische Bahnhofshalle wird die Hotelrezeption beherbergen. Ein weiteres Highlight sind zwei alte Waggons, die Barceló renoviert und zu Speisesälen umgestaltet. Das Erdgeschoss wird als Wellnessbereich mit einem beheizten Schwimmbad, einer Bibliothek und dem Hauptrestaurant dienen.

Der 1928 eingeweihte internationale Bahnhof von Canfranc war der größte Eisenbahnkomplex, der im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in Spanien gebaut wurde, und der zweitgrößte in Europa nach dem Bahnhof von Leipzig. Es handelt sich um ein imposantes Gebäude, das von Bergen umgeben und entlang einer Esplanade liegt.

Der Bahnhof blickt auf eine reiche Geschichte zurück

Ein Artikel des Guardian deutet auch auf die reiche Geschichte des Bahnhofes hin. So war der Bahnhof schon Mitte des 19. Jahrhunderts geplant, konnte aber erst 1928 fertiggestellt werden. Damit war der Bahnhof im Stil veraltet und wurde früh vom Unglück ereilt. So erlebte die Welt 1929 den Schwarzen Freitag und damit eine Jahre andauernde Wirtschaftskrise, die in Spanien in den Bürgerkrieg mündete.

Im Bürgerkrieg sowie im späteren Zweiten Weltkrieg spielte der Bahnhof eine nicht zu unterschätzende Rolle als Grenzbahnhof. So diente er als Umschlagplatz für deutsches Gold, das die Nazis gegen Wolfram für den Panzerbau tauschten. Jüdische Flüchtlinge flohen aus Europa vor dem Nazi-Regime über Canfranc und Spione sollen über Canfranc im wichtigen Grenzbereich für alle Seiten im Dienst gewesen sein.

Der Bahnhof von Canfranc – ein beliebtes Ausflugsziel und bald vielleicht ein Touristenmagnet

In der Zeit nach dem Krieg ist der Bahnhof aber immer unwichtiger geworden. Andere Bahnstrecken wie die von Barcelona nach Perpignan wurden wichtiger. Für die heutige Funktion als Regionalbahnhof ist das Gebäude daher völlig überdimensioniert. Daher hat es auch den Spitznamen „Titanic der Berge“ erhalten. Es dient heute als beliebtes Ausflugsziel in der Grenzregion zwischen Frankreich und Spanien. Das macht sich die Barceló Gruppe bei der Umgestaltung zu Nutze.

Juan Manuel Gordillo, stellvertretender Generaldirektor für Bau und Entwicklung der Barceló Hotel Group, erklärt, dass „das Hotel in einem einzigartigen Gebäude seiner Art untergebracht ist, so dass das Innenarchitekturprojekt versuchen wird, die großartige Geschichte dieses Resorts aus dem frühen 20. Jahrhundert hervorzuheben und gleichzeitig ein 5-Sterne-Grand-Luxury-Hotel mit den Standards der Marke Royal Hideaway Hotels zu gestalten“.

Das Dorf von Canfranc – es zählt gerade einmal 500 Leute – erhofft sich von der Renovierung, dass es die Region wiederbeleben wird. Dazu trägt auch bei, das Spanien und Frankreich in die Zugverbindung im Grenzverkehr investieren. Mit Unterstützung der EU sollen die Strecke und der Bahnhof Canfranc bis 2026 vollständig in Betrieb genommen werden.

Der neue Bahnhof wird sich dann hinter dem ursprünglichen Bahnhof befinden und von dessen Vorhalle aus erreichbar sein.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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