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Spanien: Regierung will kurze Inlandsflüge verbieten

| von Michael Sprick

Spanische Regierung will Kurzstreckenflüge in Spanien verbieten. Der Plan 2050 sieht ein Inlandsflugverbot ab 500km vor.


Spanien: Regierung will kurze Inlandsflüge verbieten
Regional-Airline Air Nostrum am Flughafen von Madrid. Bildnachweis: Unsplash / Miguel Angel Sanz

Wenn es nach der spanischen Regierung geht, soll es in Spanien ein Verbot für Kurzstreckenflüge innerhalb der spanischen Grenzen geben. Das berichtet das spanische Umwelt-Magazin Verde y Azul. Der Plan hat sich noch einmal erhärtet, nachdem eine neue Studie nahelegt, dass ein Flugverbot für Kurzstrecken die Emissionen stark reduzieren könnte.

Kurzstreckenflüge – europäische Perspektive

In einigen Teilen Europas gibt es bereits konkrete Pläne zur Reduktion von Kurzstrecken. In Frankreich ist das Verbot für bestimmte Kurzstrecken bereits beschlossene Sache. Auch mit einer neuen Regierung mit Olaf Scholz als Kanzler scheint es wahrscheinlich, dass Kurzstreckenflüge verboten, eingeschränkt oder zumindest teurer werden könnten. Sowohl Scholz als auch die Vorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, äußerten sich im Kontext des Wahlkampfes kritisch zu Kurzstreckenflügen.

Doch in Spanien ist das Verbot der Kurzstreckenflüge bisher nur ein Wunsch der Koalitionsregierung, der im spanischen Plan 2050 enthalten ist. In diesem Fall handelt es sich um Flüge von weniger als 500 Kilometern. Ein Verbot solcher Flüge innerhalb Europas würde die CO2-Emissionen erheblich reduzieren.

Studie unterstreicht Wirksamkeit des Verbots zur Reduktion von Emissionen

Kurzstreckenflüge sind für 6 % aller Emissionen in Europa verantwortlich. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Universität von Manchester. Mithilfe fortschrittlicher Simulationsmethoden zur Schätzung der „Gate-to-Gate“-Emissionen konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die kürzesten Fahrten vergleichsweise überproportional viel CO2 verursachen. Sie betonten daher die Notwendigkeit einer „Neubewertung des europäischen Luftverkehrsnetzes“, wenn eine umweltfreundlichere Verkehrsalternative zur Verfügung steht.

Im Einklang mit den Bedenken der Wissenschaftler über die Emissionen von Kurzstreckenflügen kündigte die spanische Regierung im Mai dieses Jahres ihre Absicht an, Flugstrecken mit alternativen Zugverbindungen und Fahrzeiten von weniger als zweieinhalb Stunden in Spanien zu verbieten. Allerdingssehr zum Missfallen der nationalen Airline-Lobby Asociación de Lineas Aéreas (ALA). Nach den Berechnungen der Regierung würde die Abschaffung von Kurzstreckenflügen die Treibhausgasemissionen um bis zu 2 Millionen Tonnen verringern. Doch die ALA hält dagegen und hält die Berechnungen für zu simplistisch.

Spanischer Airline-Verband verweist auf Komplikationen

So soll sich das Ziel, die Emissionen zu reduzieren, auch nicht einfach durch ein pauschales Flugverbot erreichbar sein. Die ALA verwies darauf, dass die Abschaffung von Flügen mit einer Entfernung von weniger als 500 Kilometern oder einer Reisezeit von weniger als zweieinhalb Stunden bedeuten würde, dass von fast allen Orten auf der Halbinsel keine Flüge mehr nach Madrid führen.

Der ALA zufolge würden Reisende aus Spaniens Randgemeinden daher nicht mehr über Madrid auf andere Kontinente fliegen, sondern von Städten wie Paris, London, Frankfurt oder Rom. Dies hätte zur Folge, dass die Emissionen beibehalten würden und das Madrider Drehkreuz ernsthaft beeinträchtigt würde.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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