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Studie stellt Machbarkeit der Nachtzuglinie Frankfurt – Barcelona fest

| von Michael Sprick

Mit Nachtzügen lassen sich große Distanzen über Ländergrenzen hinweg bequem im Schlaf zurücklegen. Europäische Großstädte wachsen buchstäblich über Nacht und über die Schiene zusammen. Eine Nachtzug-Initiative fordert daher den Ausbau des Nachtzug-Netzes in Europa.


Studie stellt Machbarkeit einer Nachtzuglinie Frankfurt Barcelona fest

Die Initiative „Pro Nachtzug” hat heute eine Machbarkeitsstudie veröffentlicht. Ausgangsfrage war, ob sich eine Nachtzugstrecke zwischen Frankfurt und Barcelona mit Halt in vielen Städten lohnt.

Studie sieht 164000 Reisende pro Jahr

Laut Studie könnte sich die Investition in die Verbindung zwischen Katalonien und der Rhein-Main-Metropole durchaus lohnen. Es könne mit rund 164.000 Reisenden im Jahr gerechnet werden, heißt es darin. Außerdem soll eine Kombination aus Personen- und Güterwaggons mit dem stauintensiven Lkw-Verkehr auf der langen Strecke zwischen Spanien und Deutschland konkurrieren. So könnte der Zugverkehr auch für Entlastung der Autobahnen sorgen.

Internationaler Nachzugtrend wird in Teilen schon umgesetzt

Beim Trend zur Nacht auf der Schiene ist die Deutsche Bahn bislang noch etwas außen vor. Sie hatte ihre Schlafwagen Ende 2016 mit Verweis auf die geringe Nachfrage ausrangiert. Nachbarländer wie die Schweiz und Österreich setzen dagegen auf Nachtzüge. Bahnunternehmen der Alpenländer betreiben bereits ein dichtes Netz von Nachtzügen. Sie verbinden die Schweiz zum Beispiel über Nacht mit knapp einem Dutzend europäischer Metropolen verbinden. 

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben dagegen die Lücke in Deutschland gefüllt. Sie bieten Nachtzugverbindungen auch nach Italien, in die Schweiz, die Niederlande oder nach Osteuropa an. In Deutschland verbindet der Nightjet Hamburg über München und Zürich sowie Berlin mit Zürich. Dabei ist die DB Vertriebspartner.

Auch sie will sich wieder stärker am Geschäft mit den Nachtzügen beteiligen. Gemeinsam mit der ÖBB, der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) sowie dem französischen Staatskonzern SNCF will sie in den kommenden Jahren die Nachtzugverbindungen in Europa ausbauen.

Schon im kommenden Dezember soll es möglich sein, per Nachtzug von Zürich über Köln nach Amsterdam zu fahren sowie von Wien über München nach Paris. 

Strecke könnte 450 Reisende pro Tag transportieren

Auch die Franzosen wollen nicht zuletzt wegen ihrer sehr guten geografischen Lage das Potenzial von Nachtzügen stärker nutzen. Der Vorteil: die Investitionen sind vergleichsweise gering, da Schienen und Logistik bereits vorhanden sind. Deshalb beteiligt sich die SNCF auch an der jüngsten französischen Machbarkeitsstudie, wie die offizielle Unterstützerin, die Heidelberger Grünen-Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner, mitteilt. Die Regionalregierungen von Okzitanien und Grand Est in Frankreich sowie die katalanische Eisenbahngesellschaft Ferrocarril Català (FGC) sind ebenfalls mit dabei.

In der Studie sollten vor allem die wirtschaftlichen und technischen Details der Nachtzugstrecke geprüft werden, die von Barcelona über Montpellier, Avignon, Lyon, Straßburg, Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim nach Frankfurt führen könnte. Bei einem kombinierten Angebot von Personen- und Güterwaggons rechnet die Studie mit einem Potenzial von etwa 450 Reisenden pro Tag und Richtung sowie von einem guten Dutzend Güterwagen. «Die Verbindung von Fracht und Reisenden ermöglicht positive Betriebsergebnisse», heißt es in der neuen Studie weiter.

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Unterstützt wird das Projekt “Pro Nachtzug” von Parlamentariern und teilweise Regierungsmitgliedern der Länder Schweiz, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Deutschland sowie von Mitgliedern des EU-Parlaments.

Quelle: dpa

Autor: Michael Sprick

Michael Sprick ist Blogger und Journalist und schreibt für Reiseuhu News, die für Urlauber und Reisende relevant sind.