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Sydney feiert nach 106 Tagen „Freedom Day“

| von Michael Sprick

In Australien feiern Teile des Landes, darunter Sidney, den Freedom Day, während andere Teile im Lockdown verbleiben.


Sydney feiert nach 106 Tagen "Freedom Day"
Opera House, Sidney. Bildnachweis: Unsplash / Jhonny Bhalla

Sidney feiert den Freedom Day nach 106 Tagen, wie der Spiegel berichtet. Dabei hat die Stadt ein zweistufiges System eingeführt, das den geimpften Bürgern mehr Freiheiten einräumt als ihren ungeimpften Mitbürgern.

Sydney feiert Freedom Day

Die Bewegungseinschränkungen in New South Wales, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat des Landes, in dem Sydney liegt, werden zwischen dem 11. Oktober und dem 1. Dezember schrittweise aufgehoben, sobald die Impfquoten 70 %, 80 % und 90 % erreichen.

Menschen, die nicht vollständig geimpft sind, dürfen jedoch bis zum Enddatum nicht mit den Geimpften zusammen kommen. Zumindest wenn es um Sport treiben, essen gehen, einkaufen und andere Aktivitäten geht.

„Im Gegensatz zu den meisten anderen Fällen in der Welt müssen Sie, wenn Sie nicht geimpft sind, mindestens vier oder fünf Wochen warten, um an Dingen teilzunehmen, an denen der Rest von uns teilnehmen kann“, sagte Ministerpräsidentin Gladys Berejiklian in einer im Fernsehen übertragenen Besprechung. „Wenn Sie mit Freunden essen und Leute in Ihrem Haus empfangen wollen, müssen Sie sich impfen lassen.

Lockdown erfolgte durch starke Infektionswelle

Sydney sowie Melbourne und Canberra waren seit mehreren Wochen gesperrt. Die drei Städte haben die Hauptlast einer dritten Welle zu tragen. Eine Folge der offenkundig missglückten No-Covid-Strategie der Regierung. Trotz strengen Maßnahmen seit Beginn der Pandemie, stiegen die Infektionen stark an.

Sie ließen die Zahl der landesweiten Fälle auf fast 100.000 ansteigen – 68 % davon wurden seit Mitte Juni verzeichnet. In den drei Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Australian Capital Territory wurden am Montag knapp über 1.500 Fälle registriert. Die meisten davon waren in New South Wales und Victoria.

Mit 1.245 Todesfällen hat sich die landesweite Sterblichkeitsrate jedoch verlangsamt.

Pandemische Lage in Australien sehr uneinheitlich

Der durch Delta-Virus ausgelöste Ausbruch hat die Verantwortlichen in den Bundesstaaten und Territorien gespalten. Einige von der Infektionswelle verschonte Teile des Landes, haben angedeutet, dass sie sich dem Plan der Bundesregierung widersetzen werden, die Binnengrenzen wieder zu öffnen. Sie fürchten, dass die Infektionswelle dann auch sie erreichen wird. Normalerweise sollen die Grenzen öffnen, sobald die erwachsene Bevölkerung einen Impfschutz von 80 % erreicht hat. Die Regierung erwartet, dass dies vielerorts schon Ende Oktober der Fall sein wird.

In New South Wales, wo rund 60 % der Menschen ab 16 Jahren vollständig geimpft sind, dürfen Restaurants, Kneipen, Einzelhandelsgeschäfte, Fitnessstudios und Freizeiteinrichtungen öffnen. Allerdings mit Kapazitätsbeschränkungen.

Landesweite Lockerungen ab Dezember geplant

Sobald die Impfquote von 80 % erreicht ist, was voraussichtlich im November oder Anfang Dezember eintrifft, sind landesweite Reisen erlaubt. Die Beschränkungen für die Teilnahme an Beerdigungen und Hochzeiten werden aufgehoben, und die Zahl der geimpften Personen, die in einem Haus zusammenkommen dürfen, wird auf 10 verdoppelt.

Ab dem 1. Dezember wird es keine Beschränkungen für Hausbesuche und informelle Zusammenkünfte im Freien mehr geben. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen bleiben die Kapazitätsgrenzen bestehen, aber Masken sind nicht mehr erforderlich. Unternehmen können ihre eigenen Regeln für die Impfung von Kunden aufstellen.

Das benachbarte Bundesland Victoria hat noch kein Datum genannt, ab dem sich alle Einwohner, auch die ungeimpften, ohne Einschränkungen bewegen dürfen. Hier ist die Infektionsrate noch immer deutlich höher als in anderen Teilen des Landes. Es wird jedoch erwartet, dass der Bundesstaat ab Mittwoch einige Beschränkungen lockern wird, wenn die Zahl der Erwachsenen, die eine erste Impfdosis erhalten haben, über 80 % liegt.

Impfsituation der Minderheiten

Während die Unternehmen und die Tourismusbranche den Plan zur Wiedereröffnung von New South Wales im Großen und Ganzen begrüßten, erklärten einige Interessengruppen, dass die Impfraten bei gefährdeten Gruppen wie der indigenen Bevölkerung, Menschen mit Behinderungen und Menschen in regionalen Gebieten mit geringerem Impfstoffangebot nicht hoch genug seien.

„Für diese Gruppen besteht ein höheres Risiko, an COVID zu erkranken oder zu sterben, und es wäre unverantwortlich, die Beschränkungen zu lockern, solange wir nicht sicher sind, dass diese Risikogruppen mindestens die gleiche Impfrate haben wie die Allgemeinheit“, so Cassandra Goldie, Geschäftsführerin des Australian Council of Social Service, in einer Erklärung.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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