Reisenews » Taliban rufen Airlines zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs in Kabul auf

Airlines

Taliban rufen Airlines zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs in Kabul auf

| von Michael Sprick

Die Taliban haben den Betrieb des Flughafens Kabul wieder aufgenommen und rufen internationale Fluggesellschaften dazu auf, den Flughafen wieder anzufliegen.


Taliban rufen Airlines zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs in Kabul auf
Kabul bei Morgendämmerung. Bildnachweis: Unsplash / Matt Brown

Reuters berichtet, dass die Regierung der Taliban dazu aufgerufen hat, den internationalen Flugverkehr wieder aufzunehmen. Sie soll den Airlines ihre volle Kooperation zugesprochen haben und verspricht, dass sie jegliche Intervention unterlasse.

Flughafen Kabul hat Betrieb wieder Betrieb aufgenommen

Laut Angaben der Taliban sollen inzwischen Probleme ausgeräumt sein, die den Betrieb des Flughafens Kabul (KBL) störten. Bei diesen handelt es sich wohl um Schäden, die während der Evakuierungsphase nach der Übernahme Kabuls durch Schüsse und Explosionen entstanden sind. Mittels technischer Hilfeleistung und der Bereitstellung von Fachkräften aus der Türkei und Katar sollen diese behoben worden sein.

Afghanistans Außenministerium geht diesen Schritt, um das Land wieder zu öffnen und internationale Akzeptanz zu erlangen. Seit ihrer Machtübernahme haben die Taliban mit einer schweren Wirtschaftskrise zu kämpfen. Diese hängt vor allem mit der internationalen Blockade zusammen. Es ist eine Reaktion auf die Menschenrechtsverstöße, die die Taliban in vielen Bereichen begehen, wie zum Beispiel dem gezwungenen Ausschluss von Frauen und Mädchen in Bildung, Politik und Wirtschaft und dem Verfolgen von ehemaligen Beamten und Oppositionellen.

Airlines meiden Flughafen KBL bislang noch

Laut der Nachrichtenagentur Reuters sind in den vergangenen Wochen vor allem Flüge für Hilfsunternehmungen in Kabul gelandet. Ansonsten sollen aber nur wenige Airlines wie Pakistan International Airlines den Flughafen genutzt haben. Die Anzahl der Flüge halte sich aber gering und die Preise für einzelne Flüge sollen derzeit um ein Vielfaches höher als die sonst üblichen sein.

Der Sprecher des Außenministeriums, Abdul Qahar Balkhi, erklärte, die Aussetzung der internationalen Flüge habe dazu geführt, dass viele Afghanen im Ausland festsäßen und auch nicht zur Arbeit oder zum Studium reisen könnten.

„Da die Probleme am Internationalen Flughafen Kabul gelöst sind und der Flughafen für Inlands- und Auslandsflüge voll funktionsfähig ist, versichert die IEA allen Fluggesellschaften ihre volle Kooperation“, sagte er. IEA ist die Abkürzung für Islamisches Emirat Afghanistan, die offizielle Selbst-Bezeichnung der Taliban für ihren neuen Staat.

Geschichte des Flughafens Kabul

Der Flughafen Kabul exstiert seit 1960. Sowjetische Ingenieure errichteten den Flughafen, um von dort aus militärische Operationen durchführen zu können. Während des ersten Afghanistankrieges waren die internationalen Flüge mit Ausnahme der sowjetischen Militärflüge stark eingeschränkt.

Infolge internationaler Sanktionen, die unter der Taliban-Regierung verhängt wurden, wurde der Flughafen Ende der 1990er Jahre geschlossen, als nur noch wenige internationale Flüge stattfanden.

Im Zuge des Einmarsches nach dem 11. Septembers 2001 haben die USA den Flughafen zunächst zerbombt. Nach dem Einmarsch der Koalitionstruppen haben die internationalen Kräfte den Flughafen jedoch wieder hergestellt und wieder eröffnet. Bei den ersten Bewegungen waren sowohl US-Militärflugzeuge als auch Flugzeuge der Internationalen Sicherheits- und Unterstützungstruppe (ISAF), der von der NATO geführten militärischen Komponente der Koalition, im Lande tätig.

Nach dem Ende der UN-Sanktionen Anfang 2002 wurde der Flughafen schließlich für den zivilen Verkehr geöffnet. Das änderte sich mit der Übernahme der Taliban, die Kabul Mitte August eingenommen hatten.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

Erhalte jeden Tag alle Neuigkeiten: