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Thailand: Betreiber fordern Ende des Alkoholverbots

| von Michael Sprick

Thailändische Unternehmen haben die Regierung aufgefordert, die Beschränkungen für den Alkoholverkauf aufzuheben, wenn das Land wieder für Touristen öffnet.


Thailand: Betreiber fordern Ende vom Alkoholverbot
Chinatown, Bangkok. Bildnachweis: Unsplash / Waranont Joe

Die Grenzen in Thailand öffnen sich nach 18 Monaten zum ersten Mal. Von der Öffnung erhofft sich das Land eine wirtschaftliche Erholung, da viele Betriebe im Tourismus- und Gastgewerbe um ihre Existenz ringen. Thailändische Gastunternehmen fordern die Regierung jetztdazu auf, das Alkoholverbot aufzuheben. Sie warnen davor, dass diese Maßnahmen das berühmte Nachtleben des Landes zerstören und Besucher abschrecken könnten.

Gastbetriebe befinden sich nach wie vor in desolater Lage

Thailand plant, seine Grenzen am 1. November für vollständig geimpfte Reisende aus 45 Ländern wieder zu öffnen, nachdem 18 Monate lang Beschränkungen galten, die die Tourismusindustrie des Landes ruiniert haben. Wenige Wochen vor der Wiedereröffnung sind viele Bars, Clubs und Restaurants geschlossen oder kämpfen ums Überleben.

Die Regierung verbot den Verkauf von Alkohol in Restaurants und schloss Bars, um die Menschen vom Ausgehen abzuhalten. Erst im April verzeichnete Thailand dabei einen Anstieg der Covid-Fälle, den die Behörden mit der Öffnung von Nachtclubs in Verbindung brachten. Nachtlokale sind nach wie vor geschlossen, während die Vorschriften für Restaurants je nach Gebiet variieren.

In Phuket gelten bereits Lockerungen für den Alkoholausschank

So ist Phuket beispielsweise eine Ausnahme. Hier darf inzwischen wieder Alkohol ausgeschenkt werden – allerdings auch nur bis 22 Uhr. Das reicht allenfalls, um den Tag bei einem Glas Wein oder Bier nach dem Essen abzuschließen. Für viele Gastwirte dürfte das zu wenig sein, um von einer Erholung der Finanzen reden zu können. Zumal diese Regelung in Phuket die absolute Ausnahme ist.

Dabei entgeht den Thailändern nicht, dass die Beschränkungen in vielen Teilen der Welt weitaus weniger streng sind und dass es in vielen Ländern möglich ist, zumindest mit 2G oder 3G zu öffnen. In einigen Ländern gibt es nach wie vor auch gar keine Einschränkungen.

Einige Restaurants und Bars setzen sich über die Beschränkungen hinweg und verkaufen diskret als Softdrinks getarnten Alkohol. Auch auf Phuket selbst versuchen Barbetreiber die bereits gelockerten Reglungen noch immer zu umgehen, indem sie zum Beispiel noch zu späterer Stunde Alkohol ausschenken als eigentlich erlaubt. Phuket News berichtet hierbei sogar von einer Festnahme.

Regierung gibt Ausblick auf Lockerung im Dezember

Eine Ausgangssperre wird in Gebieten wie Bangkok Ende des Monats aufgehoben, während Premierminister Prayuth Chan-ocha sagte, der Verkauf von Alkohol in Restaurants und die Öffnung von Vergnügungsstätten würden bis zum 1. Dezember geprüft.

Die Unternehmen des Nachtlebens sagen, sie bräuchten Klarheit und eine schnellere Änderung der Vorschriften, damit die Lokale und Bars Zeit haben, Personal einzustellen und sich auf die Rückkehr ins Geschäft vorzubereiten.

Touristen in Phuket waren vom „Urlaub“ enttäuscht

Auch viele Touristiker unterstützen die Initiative zur Lockerung des Nachtlebens. Schon bei der Öffnung von Phuket hatte sich herausgestellt, dass viele Touristen unzufrieden mit der vorgefundenen Urlaubssituation waren. Sie konnten zu Beginn der Öffnung von Phuket weder in Restaurants noch in Bars oder Cafés gehen. Darüber hinaus waren viele weitere Aktivitäten gesperrt, sodass viele von ihrem erhofften Urlaub enttäuscht waren. Daher forderten die Touristiker in Phuket Lockerungen, die sie zumindest in Teilen erhalten haben.

Dabei ist den Befürwortern der Lockerungen durchaus bewusst, dass dabei auch Vorsichtsmaßnahmen gelten müssten, wie The Guardian berichtet. Taopiphop Limjittakorn, ein Abgeordneter der Oppositionspartei Move Forward, der eine Lockerung der Alkoholbeschränkungen gefordert hat, sagte, dass eine sichere Wiedereröffnung von Geschäften Priorität haben sollte:

„Sagen wir: ‚OK, vielleicht können wir die Bars sozial distanzieren und vielleicht die Anzahl der Leute in den Bars begrenzen, damit es nicht zu voll wird“.

Strenge Regelungen könnten Touristen abschrecken

Marisa Sukosol Nunbhakdi, Präsidentin des thailändischen Hotelverbands, befürchtet, dass Einschränkungen beim Alkoholverkauf Touristen abschrecken könnten. „Die Leute kommen hierher, um sich zu amüsieren oder einfach nur zu entspannen, und [Alkohol] ist Teil vieler Kulturen, vor allem in Europa“, so Marisa. Die Zulassung des Alkoholkonsums in Hotels könnte ein Anfang sein, sagte sie.

Um ab dem 1. November nach Thailand reisen zu können, gelten einige neue Einreisebedingungen. So müssen Touristen vollständig geimpft sein, vor und nach der Ankunft einen negativen Covid-Test vorweisen und ihre erste Nacht in einem Hotel verbringen, das die staatlichen Anforderungen (SHA+) erfüllt. Außerdem müssen sie über eine Covid-Versicherung mit einer Deckungssumme von mindestens 50.000 Dollar verfügen.

Etwas mehr als 40 % der thailändischen Bevölkerung sind vollständig geimpft. Die 7-Tage-Inzidenz ist nach einem Höchststand im August wieder gesunken. Inzwischen beträgt sie 90,7 und ist damit wieder deutlich niedriger als in Deutschland, wo die Inzidenz 130,2 beträgt.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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