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Thailand führt Einreisegebühr ab 2022 ein, um Tourismus zu transformieren

| von Michael Sprick

Thailand will im nächsten Jahr mit der Erhebung einer Tourismusgebühr beginnen. Die gesammelten Einnahmen sollen für die Umwandlung des Tourismussektors zu einem nachhaltigeren und hochwertigeren Tourismus aufgewendet werden.


Thailand führt Einreisegebühr ab 2022 ein, um Tourismus zu transformieren
Chiang Mai Grand Canyon. Bildnachweis: Unsplash / Koushik Pal

Die thailändische Regierung will ab 2022 von jedem Touristen eine neue Gebühr für die Einreise nach Thailand erheben. Darüber berichtet der ADAC. Die daraus gewonnenen Einnahmen sollen die Transformation des thailändischen Tourismussektors zu nachhaltigem und hochwertigem Tourismus finanzieren.

Thailand setzt auf hochwertigen Tourismus statt auf Backpack, Low-Budget und Massentourismus

Thailand ist eines der wenigen südostasiatischen Länder, die sich schon sehr früh um die Wiederöffnung des Landes für den Tourismus bemüht haben. Schon im Mai kündigte die Regierung das sogenannte Phuket Sandbox-Programm an. Ab Juli konnten Touristen die Insel wieder besuchen – allerdings nur unter weiterhin strengen Beschränkungen. Derzeit arbeitet das Land an der Öffnung von weiteren Gebieten des Landes. Wobei Planänderungen, Verschiebungen und Unklarheiten bei der Öffnung für Unmut in der thailändischen Tourismusbranche sorgen. Bei der Öffnung setzte Thailand vor allem auf Qualität statt Quantität.

Die Öffnung sollte vor allem Touristen mit höherem Budget ansprechen, die sich in teureren Hotels und Resorts niederlassen. Für Backpack-Touristen, die weniger Geld ausgeben und das Land stattdessen sehr mobil bereisen möchten, war das Sandbox-Programm bisher weniger attraktiv. Vor allem im Zuge der Pandemie ist dies eine wichtige Strategie, um die Infektionszahlen gering zu halten und gleichzeitig den Tourismussektor zu fördern. Nun will Thailand aber langfristig für hochwertigen und nachhaltigen Tourismus gerüstet sein. Die Gebühr soll genau hier eingesetzt werden.

Gebühr von 13 Euro für nachhaltigen Tourismus

Dabei wird Thailand die Einreisegebühr etwas höher anheben als bisher vorgesehen war. Ursprünglich war eine Gebühr von 300 Baht (7,70 Euro) pro einreisendem Touristen geplant. Allerdings hat die Regierung diesen Plan noch einmal überarbeitet und auf 500 Baht (12,80 Euro) erhöht. Ausgehend von den 10 Millionen Touristen, die Thailand im Jahr 2022 besuchen sollen, würde die Regierung Thailands so 128 Millionen Euro mehr einnehmen.

Die Idee einer „Touristenabgabe“ wird in Thailand seit Jahren diskutiert. Entgegen der naheliegenden Vermutung, dass die Regierung diese für den Wiederaufbau des angeschlagenen Tourismus-Sektors aufwendet, sollen die Einnahmen stattdessen aber in die Transformation des Tourismus fließen. Thailand setzt dabei in Zukunft weniger auf den Massentourismus, sondern mehr auf hochwertigen und umweltbewussten Tourismus.

Kritik an der neuen Gebühr

Starke Kritik an der Einführung der Gebühr übt vor allem das englischsprachige Reise-News-Outlet Travel Weekly. Zwar sei die Gebühr an sich gering, doch sie reihe sich in eine lange Liste von versteckten Gebühren und Aufschlägen ein. Besonders hebt das Magazin dabei die Praxis der doppelten Preise hervor, bei der Touristen ein Vielfaches mehr als Einheimische zahlen müssen. Die Gebühr trage also in zweifacher Hinsicht dazu bei, Backpack-Touristen und Normalverbraucher aus Thailand zu verdrängen. Zum einen durch die Erhöhung der Gebühren und zum anderen durch die aktive Förderung von Touristen mit höherem Urlaubsbudget.

Yuthasak Supasorn, Gouverneur der thailändischen Fremdenverkehrsbehörde, erklärte gegenüber den Medien, er sei zuversichtlich, dass die Touristen sich nicht daran stören würden, die 500 Baht zu zahlen. Die Gebühr plant die Regerung ab dem nächsten Jahr einzuführen. Dabei ist allerdings noch nicht endgültig geklärt, in welche Form die Gebühr zu zahlen ist, ab wann sie gilt und ob es eventuell Ausnahmen für beispielsweise Kinder geben wird.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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