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Thailand: Mörder der Schweizer Touristin in Phuket gefasst

| von Michael Sprick

Am Donnerstag ist eine Schweizer Touristin an einem Wasserfall tot aufgefunden worden. Inzwischen ist der Täter jedoch überführt und hat ein Geständnis abgelegt.


Thailand: Mörder der Schweizer Touristin in Phuket gefasst
Iustitia. Bildnachweis: Unsplash / Tingey Injury Law Firm

Vergangene Woche ist eine Schweizer Touristin auf der Urlaubsinsel Phuket umgebracht worden. Nun hat die Polizei einen 27-Jährigen Thailänder, der aus Phuket stammt, festnehmen können, wie The Phuket News meldet.

Die Schweizer Touristin wurde am Donnerstag, den 6. August tot an einem Wasserfall aufgefunden. Der Wasserfall ist nur 1,6 Kilometer vom Hotel entfernt, an dem sich die Touristin aufhielt und soll bei Touristen nicht sehr bekannt gewesen sein.

Die Investigation der Polizei

Die Polizei konnte wichtige Indizien aus den Aufnahmen einer Überwachungskamera sammeln. Die Kamera filmte einen Weg zum Wasserfall ab, den auch die 57-Jährige zu Fuß abschritt. Es folgten 37 Fahrzeuge, von denen jedoch nur die Insassen von 8 Fahrzeugen als Verdächtige infrage kamen. Nachdem die Polizei diesen Spuren nachging, gab es nur noch einen Hauptverdächtigen.

Ein leitender Polizist Lt. Col Nanthadet beschrieb den Aufklärungsprozess während einer Pressekonferenz folgendermaßen:

„Wir ermittelten, bis wir ihn in seinem Haus fanden. Wir brachten ihn zum Verhör auf die Polizeiwache Wichit. Zunächst war er nicht sehr kooperativ und machte verwirrende Aussagen. Dann baten wir ihn, sein Hemd auszuziehen, und wir sahen einen großen Kratzer auf der rechten Seite seines Körpers. Der Kratzer war gerade erst verkrustet“.

„Nach vielen Beweisen und einem langen Verhör begann er schließlich zu weinen und gestand, dass er die Touristin getötet hatte“.

Statements des Täters

Dem Mörder wurde schließlich erlaubt per Telefonzuschaltung an der Pressekonferenz teilzunehmen und sein eigenes Statement abzugeben. Hier die Aussagen in voller Länge, wie The Phuket News sie in Englisch veröffentlicht hat.

„Ich, Teerawat Thothip, sitze hier mit meiner Freundin, meinem Onkel und meinem Anwalt. Ich möchte über den Vorfall vom 3. August berichten. Gegen 10-11 Uhr fuhr ich mit dem Motorrad zum Ao Yon Wasserfall, um im Wald Orchideen und andere Dinge zu finden.

„Ich ging bis zum höchsten Punkt des Wasserfalls, fand aber nichts, was ich wollte. Dann ging ich hinunter und sah die Ausländerin, die von der Taille abwärts nackt war, neben dem Wasserfall sitzen. In ihrer Nähe befand sich ein schwarzer Rucksack, in dem ich wertvolle Gegenstände vermutete“, sagte Teerawat.

„Ich ging nahe an sie heran und nahm sie von hinten in den Schwitzkasten. Die Ausländerin versuchte, sich unter meinem Arm zu befreien und wehrte sich, so dass wir ins Wasser fielen. Ich nahm sie erneut in den Schwitzkasten, bis sie bewusstlos wurde. Ich trug ihren Körper ans Ufer und bedeckte ihn mit einer mit Steinen befestigten Gummiplane.“

„Dann öffnete ich ihren Rucksack und fand 300 Baht (umgerechnet etwa 7,50 Euro) in bar. Ich steckte das Geld in meine Brieftasche und warf ihre Turnschuhe vom Ort weg. Ich ging zu Fuß hinunter und fuhr mit meinem Motorrad zu einer Hütte von Bang Lit [einem Freund]“, fuhr Teerawat fort.

„Auf dem Weg zur Hütte gab ich das gestohlene Geld für eine Flasche Softdrink und Eis aus. Dann traf ich meine Freunde in der Hütte und kaufte mit dem Geld Marihuana und Zigaretten.“

„Danach kehrte ich nach Hause zurück und lebte ganz normal bis zum 5. August, als meine Freundin mir erzählte, dass die Leiche eines Ausländers am Wasserfall gefunden worden war. Ich war schockiert und fühlte mich schuldig für alles, was ich getan hatte. Dann gestand ich die Tat bei der Polizei.“

„Ich möchte mich bei allen Menschen in Thailand und bei der Familie des Touristen für meine Taten entschuldigen. Es tut mir leid. Es tut mir wirklich leid“, sagte Teerawat.

Antworten des Täters auf Nachfragen der Presse

Im Anschluss musste sich der Täter noch einige Fragen der Presse stellen. Daraus ging z.B. hervor, dass Therawat nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Tat nicht betrunken war und das sein alleiniges Motiv der Raub der Wertgegenstände der Touristin war.

Die Frage, warum er sie attackiert hatte, beantwortete damit, dass er seit der Covid-19-Pandemie arbeitslos ist. Zuvor habe er als Landschaftsgärtner Gras geschnitten. Ein Niedriglohn-Job, der ihm lediglich 1000 Baht im Monat (etwa 25 Euro) eingebracht habe. Damit habe er seine Freundin, Familie und das gemeinsame Kind versorgt.

Auf die Frage hin, ob er daran gedacht hätte, dass seine Handlungen zum Tod der Touristen führen würden antwortete er, dass er nicht beabsichtigt hatte, sie zu töten.

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Welches Urteil den Täter nun erwartet, wird der gerichtliche Prozess in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Das Strafmaß in Thailand ist jedoch deutlich härter als das deutsche Strafmaß. In ähnlichen Fällen haben die thailändischen Gerichte schon oft die Todesstrafe ausgesprochen.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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