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Thailand: Öffnungschaos versetzt Tourismusbranche in Aufruhr

| von Michael Sprick

Das Chaos rund um die Wiedereröffnung in Thailand sorgt für viel Unmut bei den Touristikern des Landes. Diese sehen den Ruf des Landes als Urlaubsziel nachhaltig geschädet.


Thailand: Öffnungschaos versetzt Tourismusbranche in Aufruhr
Thailändischer Strand. Bildnachweis: Unsplash / Philip Waern

Nachdem Thailand die geplante Wiedereröffnung wichtiger Gebiete für internationale Touristen erneut verschoben hat, werfen die wichtigsten Akteure der Branche der Regierung vor, den Ruf des Landes zu verspielen. Das geht aus einer Meldung der Bangkok Post hervor.

Öffnung schon mehrfach verschoben

Thailand hatte nach der Öffnung von Phuket und Koh Samui die Öffnung für weitere Provinzen ursprünglich im September geplant. Darauf folgte eine erste Verschiebung auf den 1. Oktober. Die thailändische Regierung hatte zunächst die Öffnung für dieses Datum bestätigt. Kurz darauf verschob sie die Öffnung jedoch zunächst auf den 15. und schließlich auf den 1. November. Für die Tourismusbranche hat dies allerdings schwerwiegende Folgen.

Reiseveranstalter, Hotelbesitzer und Investoren der Branche stellen fest, dass das ständige Hin und Her der Regierung dazu geführt hat, dass sich ausländische Reisepartner von ihnen abgewandt haben. Aufgrund der mangelnden Planungssicherheit werben sie nicht mehr für Thailand als Reiseziel.

Touristiker machen mangelhafte Planung verantwortlich

Während der Verlauf der Pandemie natürlich nicht in den Händen der Behörden oder der Regierung liegt, lief laut den Kritikern einiges in der Planung der Impfkampagne und der damit verknüpften Öffnung für den Tourismus schief.

Der thailändische Premierminister, Prayut Chan-o-cha, hat schon vor Monaten den Startschuss für die Wiedereröffnung am 1. September gegeben. Dagegen haben sich aber lokale Politiker und der Covid Situation Council gestellt. Sie gaben an, dass die notwendigen Impfquoten in ihren Regionen nicht erreicht sind. Aus dem 1. Oktober wurde der 15. Oktober und dann der 1. November – wobei weiterhin viele Auflagen gelten sollen.

Branche sieht thailändische Tourismuswirtschaft nachhaltig geschädigt

Dies führte zu Problemen, insbesondere für die Reisebranche, die stark von der unmittelbar bevorstehenden Hochsaison abhängt. Ein großer Teil des Geschäfts wird über Reiseveranstalter abgewickelt, die Flüge, Hotels und Aktivitäten vor Ort verkaufen. Wichtige Märkte sind Europa, Korea, Japan und auch Indien. China ist außen vor, da das Land in absehbarer Zukunft für touristische Reisen (in beide Richtungen) verschlossen bleibt.

Jene Partner und vor allem ihre Kunden brauchen für ihre Planungen aber eines: Verlässlichkeit und Sicherheit. Man kann nicht Flüge planen, große Mengen an Hotelzimmern kaufen und den Kunden einen Urlaub in ein Land verkaufen, das ständig seinen Zeitplan versetzt und dann Reisende mit leeren Händen da stehen lässt.

Kritik an der Regierung

Wie die Bangkok Post berichtete, werden lokale Branchenvertreter in Thailand immer ungeduldiger mit der Regierung. Zuletzt haben sie die Regierung öffentlichkeitswirksam kritisiert. Ihr Unmut trifft auch in der Bevöölkerung auf Resonanz

Tassapon Bijleveld, geschäftsführender Vorsitzender von Asia Aviation, dem größten Anteilseigner von Thai AirAsia, sagte, die Verschiebung wirke sich sowohl auf den privaten Sektor als auch auf das touristische Image des Landes aus, da der Zeitplan für die Wiedereröffnung bereits auf Oktober festgelegt worden sei und die Menschen und Unternehmen ihre Pläne angepasst hätten.

„Wenn die Regierung früher bekannt gegeben hätte, dass das Land im Dezember oder sogar im Januar für einreisende Touristen bereit sein würde, hätten wir keine Einwände gehabt. Wir hätten uns im letzten Quartal mit voller Kraft auf den Inlandsmarkt konzentriert“, sagte Tassapon. „Die Kehrtwende verschlimmert eine Situation, die schon am schlimmsten ist, vor allem im Hinblick auf unsere finanzielle Stabilität.“

Nachfrage wandert ins Ausland ab

Die Verschiebung beeinträchtigt den Ruf des Landes, da die lokalen Tourismusunternehmen bereits Vereinbarungen mit ausländischen Agenturen getroffen haben, die das Potenzial haben, Reisegruppen aus Russland und Indien anzulocken, sagte Herr Thanet.

„Niemand wird mehr auf uns hören. Sie werden auf eine offizielle Ankündigung warten, die frühestens im November erfolgen kann. Das ist zu spät, um den Verkehr in der Hochsaison zu erfassen, da internationale Flüge oft zwei bis drei Monate Vorlaufzeit für die Fluggenehmigung benötigen“, sagte er.

Doch auch nach der Öffnung würde der Urlaub in Thailand mit einer (verkürzten Quarantäne), einem strengen Testregime und weiteren strengen Auflagen stattfinden. Daher sind auch die Touristiker auf Phuket, die bereits im Sommer die ersten Touristen wieder empfangen konnten, nicht mit dem Status Quo zufrieden. Auch sie haben die Regierung dafür schon kritisiert und fordern weiterhin Lockerungen für die Touristen.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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