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Thailand: Phuket Sandbox droht Schließung – Touristiker kritisieren No-Covid-Ansatz

| von Michael Sprick

Auf Phuket steigen die Infektionszahlen. Während die Regierung weiterhin eine Strategie der Eindämmung verfolgt und die Schließung erwägt, fordert die Tourismus-Industrie ein Ende des No-Covid-Ansatzes.


Thailand: Phuket Sandbox droht Schließung Touristiker kritisieren No ocid Ansatz
Promthep Cape. Bildnachweis: Unsplash / Sumit Chinchane

Auf Phuket gab es in den letzten Wochen einen starken Anstieg der Infektionszahlen. Erstmals stiegen die täglichen neuen Fälle erstmals über 100 Mitte August und inzwischen sind sie sogar über 200 gestiegen. Eine öffentliche Angabe über die Inzidenz gibt es dabei nicht, aber sie dürfte -unserer Berechnung nach – für die etwas mehr als 300.000 Einwohner zählende Insel etwa 300 – 350 am vergangenen Samstag betragen haben.

Für das Sandbox-Programm und die gesamte Tourismuswirtschaft Thailands sind das schlechte Nachrichten. Die Phuket Sandbox sollte als Beispiel-Modell dafür gelten, wie auch andere touristische Regionen öffnen können. Sandbox meint dabei im englischen Sprachgebrauch eine Testumgebung, in der Experimente umgesetzt werden können.

Mit dem jüngsten Anstieg der Infektionszahlen wird für die thailändischen Behörden fraglich, ob das Programm als erfolgreich gelten kann. Noch Anfang August zogen die Behörden eine positive Bilanz und weitere Regionen wie Koh Samui öffneten bereits Mitte Juli wieder. Da die Infektionszahlen aber auch in Pattaya gestiegen sind und die Impfrate noch niedrig ist, wurde aber die Öffnung von Pattaya bereits abgesagt. In Phuket scheint noch nicht endgültig festzustehen, wie die Behörden weiter verfahren.

Tourismusvertreter wollen Programm beibehalten und fordern sogar Lockerungen

Im Raum steht für Phuket nun eine Schließung von bis zu zwei Monaten. Die Infektionswelle soll erst einmal abklingen, bis die Insel wieder als sichere Tourismus-Destination gelten kann. Dazu gibt es jedoch auch Widerspruch aus der Tourismus-Industrie. Thanet Tantipiriyakit, Präsident des Phuket Tourism Council, argumentiert, die jüngsten Fälle seien nicht unter Touristen, sondern unter Ansässigen aufgetreten.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sollten seiner Meinung nach sogar gelockert werden, um die wirtschaftliche Erholung anzukurbeln, sagte er. Er sei aber dafür, dass nur geimpfte Touristen kommen ein dürfen und ein strenges Test-Regime gilt.

Chernporn Kanchanasaya, Präsidentin des Verbandes der thailändischen Industrie in Phuket, sagte, der September werde ein entscheidender Monat sein. Es ist wichtig, dass sich so viele Einwohner wie möglich impfen lassen, um sich vor dem Virus zu schützen.

Sie sagte auch, dass die Agentur zur Förderung der digitalen Wirtschaft voraussichtlich im Oktober intelligente Kontrollpunkte einrichten wird, um Besucher zu überprüfen.“Bevor die Menschen nach Phuket einreisen dürfen, müssen die besten Maßnahmen ergriffen werden“, sagte sie.

Tourismusvertreter kritisieren No-Covid-Strategie der Regierung

Sarayuth Mallam, Chefberater des Phuket Tourism Council, sagte, dass eine zweimonatige Abriegelung der Insel das Ende des Phuket Sandbox Programms bedeuten könnte.

„Ausländische Konsuln haben gesagt, dass sich ausländische Besucher bereits bei der Ankunft in Phuket betrogen fühlen. Wenn sich die Provinz erneut abriegelt, werden überhaupt keine Besucher mehr kommen“, so Sarayuth.

„Touristen aus Bangkok und Europa werden in der Hochsaison verschwinden. Wir müssen ein Gleichgewicht finden, um mit COVID zu koexistieren“, fügte er hinzu. Touristen aus Europa würden gemeinsam essen und ein Bier oder einen Wein trinken wollen. Aber schon nach derzeitigen Maßstäben könnten sie das nicht tun. Viele Touristen seien daher unzufrieden und fühlen sich betrogen.

„Wenn Phuket nicht bereit war, warum dann die Wiedereröffnung? Wenn die Regerung die Beschränkungen nicht lockert, ist alles ruiniert“, sagte Sarayuth.

Gouverneur von Phuket will vorerst Eindämmung vorantreiben

Der Gouverneur von Phuket, Narong Woonciew, sagte, dass die lokalen Behörden ihre Bemühungen verstärken, um die Infektionswelle so schnell wie möglich einzudämmen. Viele der neuen Fälle wurden mit Hilfe von Antigen-Testkits entdeckt, deren Ergebnisse durch RT-PCR noch einmal bestätigt wurden, sagte er.

Angesichts des sprunghaften Anstiegs der Infektionen vor Ort seien die Aussichten für das Phuket-Sandbox-Programm heute schlechter als zu Beginn.

„Wir müssen alles tun, um diese schwierige Situation zu überstehen und hoffen, dass die Fallzahlen zurückgehen. Wir müssen unsere Kräfte bündeln und vorwärts gehen. Hier geht es um Leben und Tod für die Zukunft der Phuket Sandbox“, sagte der Gouverneur.“

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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