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Thailand: Touristiker in Phuket drängen auf vollständige Wiedereröffnung

| von Michael Sprick

Die Tourismusbranche in Thailand drängt auf eine vollständige Wiedereröffnung am 1. Dezember und kritisiert die strenge No-Covid-Politik der Regierung.


Thailand: Touristiker in Phuket drängen auf vollständige Wiedereröffnung
Phuket Old Town. Bildnachweis: Unsplash / Pablo Torrado

Führende Vertreter der Tourismusbranche auf Phuket wollen, dass die Insel schon zum 1. Dezember wieder vollständig für den Tourismus öffnen kann. Sie wollen den Tag nach britischem Vorbild „Freedom Day“ nennen, wie The Phuket News berichtet.

Touristiker halten Maßnahmen für übertrieben

Den Vorschlag haben Vertreter der Tourismusbranche von Phuket und die Tourismusbehörde von Thailand (TAT) Anfang dieser Woche vorgelegt. Der Plan setzt dabei auf den Erfolg der Impfkampagne. Für die Öffnung wurden die Bewohner von Phuket und vor allem die Frontliner, die im Tourismus oder in der Gastronomie arbeiten, priorisiert geimpft. Nun soll bis Ende Oktober eine Auffrischungsimpfung erfolgen.

Der Präsident der Handelskammer von Phuket, Thanusak Phungdet, legte dar, dass die Gefahr, die von Covid-19 ausgehe, für Phuket bisher überschaubar war:

„Wie Sie sehen können, wurde nur 1 % unserer COVID-Patienten [in Phuket] in der ‚Kategorie rot‘ eingestuft und muss in einem Krankenhaus behandelt werden. Etwa 4 % unserer COVID-Patienten wurden als ‚Kategorie gelb‘ eingestuft und werden in Krankenhäusern vor Ort behandelt. Aber 95 % unserer Patienten gehören zur ‚Kategorie grün‘ und sind immer noch gesund und haben keine Ansteckungssymptome“.

„Wir sehen also, dass wir uns mit der Delta-Variante sehr leicht anstecken können, ohne dass dies zu ernsthaften Symptomen führt. Dies ist auch ein gutes Ergebnis unserer Massenimpfkampagne. Die Impfstoffe von Sinovac und AstraZeneca, die wir bereitstellen, funktionieren gut“, fügte er hinzu.

„Je schneller wir die Auffrischungsimpfungen durchführen können, desto schneller kommen wir unserem Ziel näher, die Insel [für den Tourismus] frei zu öffnen, was für Dezember oder Januar nächsten Jahres geplant ist“, so Thanusak.Das Leben würde dann „fast normal sein wie vor der Pandemie“, bemerkte Herr Thanusak.

Maßnahmen sind strenger und halten schon länger an als in Deutschland

Die Maßnahmen sind in Thailand deutlich strenger als in Deutschland. So gibt es derzeit beispielsweise ein landesweites Alkoholverkaufsverbot. Dementsprechend sind Bars und andere Lokale schon seit langem geschlossen. Touristen haben daher weniger Möglichkeiten bei ihrer Freizeitgestaltung und fühlen sich mitunter auch enttäuscht vom Programm.

Der Präsident der Handelskammer fand auch scharfe Worte für die Covid-Politik seines Landes. Er kritisierte den Ansatz, dass das medizinische Personal auch zur Beaufsichtigung der asymptomatischen Fälle eingesetzt würde, die sich teilweise in gesonderte Quarantänestationen begeben müssten. Stattdessen solle das Gesundheitspersonal sich ausschließlich um Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf kümmern.

Man hofft, dass der „Phuket Freedom Day“ in nur drei Monaten mehr als 210 Mrd Baht etwa (5,43 Mrd. Euro) an tourismusbezogenen Einnahmen einbringen wird.

Mindestens 200.000 Touristen sollen nach Phuket kommen

Der Präsident des Phuket Tourism Council, Thanet Tantipiriyakit, erklärte, dass die Öffnung der Insel für den Tourismus am 1. Dezember dazu führen könnte, dass mehr als 200.000 Touristen im Rahmen der Sandbox-Regelung im Dezember und sogar noch mehr im ersten Quartal des nächsten Jahres nach Phuket kommen, zusätzlich zu den steigenden Zahlen der einheimischen Touristen, die nach Phuket kommen.

Die Schätzungen seien allerdings mit Vorsicht zu genießen, da die ständig wechselnden Anforderungen nur schwer einzuschätzen seien. Fest steht aber, dass die bisherigen Zahlen für viele Betriebe in der Touristk und in der Gastronomie negativ und sogar existenzbedrohend sind.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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