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COVID-19

Touristen, die Selfies aufnehmen, riskieren Orang-Utans mit Covid zu infizieren

| von Michael Sprick

In Zoos und auch in freier Wildbahn haben Wissenschaftler festgestellt, dass Selfie-aufnehmende Touristen das Corona-Virus auf Menschenaffen übertragen.


Touristen, die Selfies aufnehmen, riskieren Orang Utans mit Covid zu infizieren
Orang-Utan in Hagenbecks Tierpark in Hamburg. Bildnachweis: Unsplash / Conny Schneider

Covid-19 ist nach wie vor ein leidiges Thema und beschäftigt die Menschen und die Politik weltweit. Viele Menschen haben inzwischen die weitreichenden Folgen und die Gefahr der Infektion verstanden und verhalten sich anderen Menschen gegenüber rücksichtsvoll. Aber nicht nur Menschen sind von dem Virus bedroht. Auch viele Tierarten können sich mit dem Virus infizieren. Besonders bedenklich ist dies, wenn die betroffenen Tierarten ohnehin als gefährdet gelten. Dass dies nicht nur eine theoretische Möglichkeit ist, sondern tatsächlich stattfindet, darüber berichtet The Independent.

Menschenaffen durch Selfies mit COVID infiziert

Menschenaffen in Gefangenschaft wie in Zoos oder Tierparks können mitunter den Besuchern gegenüber sehr zutraulich werden. Leider in diesem Fall zum eigenen Nachteil für einige Tiere in einem Zoo in Atlanta
Mit Corona infizierte Besucher kamen Orang-Utans bei dem Versuch, mit den Tieren Selfies aufzunehmen, so nahe, dass die Tiere sich mit dem Virus infiziert haben. In dem Zoo in Atlanta wurden dutzende Affen positiv auf Corona getestet. Ihre Krankheitsverläufe waren mild. Der Independent schrieb von „leichtem Husten, laufenden Nasen und leichter Appetitlosigkeit“.

Dennoch ist die Situation für die Wissenschaftler besorgniserregend. Besonders da die meisten Menschenaffen in ihrer Existenz gefährdet sind. Auch für wildlebende Affen, die Touristen besuchen können, besteht daher ein Risiko, wie Biologen im Indonesia’s Mount Leuser National Park herausgefunden haben. Auch hier haben sich Menschenaffen, in diesem Fall Orang-Utans, mit dem Virus vermutlich durch den zu nahen Kontakt mit dem Menschen infiziert.

Impfung für Tiere? – Das Problem der „animal repositories“

Tatsächlich ist es keine neue Erkenntnis, dass das Sars-Cov-2-Virus auch auf Tiere übertragbar ist. Die Apotheken-Umschau rät daher Infizierten beispielsweise keinen engen Kontakt mit der eigenen Katze zu pflegen. Dass Tiere das Virus in sich tragen und auch wieder auf den Menschen übertragen können wird in der Wissenschaft unter dem Begriff „animal repositories“ diskutiert. Es ist weitestgehend eine Dunkelziffer in der Pandemie. Da die Möglichkeit für Mutationen besteht, diskutieren Wissenschaftler auch über die Impfung für Tiere, wie science.org schreibt. Befürworter diskutieren sie für Haus- und Zootiere.

Verantwortung in der Pandemie auch gegenüber Tieren

Um Situationen wie in Indonesien und Amerika zu vermeiden, weisen Zoologen darauf hin, dass ein Mindestabstand von 10 Metern gegenüber den Affen eingehalten werden sollte, um eine Übertragung von Corona-Viren zu vermeiden. Selfies mit den Tieren sollten in der gegenwärtigen Situation vermieden werden.

Ironischerweise waren es genau diese Selfies, die die Wissenschaftler darauf aufmerksam machten, dass die Touristen ihre Empfehlung von 10 m Abstand zu den Tieren missachten.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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