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Trockeneis: die stille Gefahr beim Impfmittel-Transport

| von Michael Sprick

Impfstoffe sollen Menschen vor Corona schützen. Was viele nicht wissen, ist, dass der Transport seine eigenen Gefahren birgt. Diese gehen vom Trockeneis aus.


Trockeneis: die stille Gefahr beim Impfmittel Transport

Der Transport von Impfmitteln ist derzeit die größte Herausforderung für Flugtransporte in der Welt. Milliarden von Menschen müssen mit unzähligen Impfstoffen versorgt werden – für die Flugindustrie eine Herkulesaufgabe. Nicht nur aufgrund der schieren Menge, sondern auch wegen der Transportbedingungen der Impfmittel.

Mehr Trockeneis als zuvor

Astra Zenecas Impfmittel ist dabei eine Ausnahe. Es kann bei 2 bis 8°C gelagert werden. Für Biontech und Moderna liegen die Temperaturbedingungen dagegen deutlich tiefer – bei -70 und -20 °C. Die RNA, auf der die beiden Impfstoffe beruhen, ist sehr fragil und erfordert daher diese tiefen Temperaturen. Um diese Bedingen erfolgreich zu schaffen, setzen die Flugtransporter Trockeneis ein. Es handelt sich dabei um einfaches CO2 in fester Form. Das Problem dabei ist, dass der Transport durchaus Risiken birgt.

Die stille Gefahr durch Trockeneis

In der Natur kommt das Gas nur zu etwa 0,04 % vor. Ab Konzentrationen von über 4 % in der Luft ist das Gas aber bereits gefährlich. Wer dem Gas in diesen Konzentrationen ausgesetzt ist, hat keine Möglichkeit es mit seinen Sinnen aufzuspüren. Es ist farb- und geruchlos. Erst folgenden Symptome können auf erhöhte Konzentrationen hindeuten. Eine CO2-Vergiftung führt evtl. zu Kopfschmerzen, Blausucht, Atemnot und Herzrasen. Zu den Symptomen einer schweren Vergiftung zählen Krämpfe, der Verlust des Bewusstseins und im schlimmsten Fall der Atemstillstand.

Piloten müssen neue Sicherheitsvorkehrungen beachten

Um diesen Risiko vorzubeugen, gibt es strenge Sicherheitsvorkehrungen und Richtlinien, die Piloten beachten müssen. Das Problem ist, dass diese nicht für den Transport von Impfstoffen bzw. Trockeneis in hohen Mengen gedacht sind. Für den Cargo-Transport von Impfmitteln sind daher neue Standards notwendig gewesen. Diese hat für Europa im Dezember die EASA (European Aviation Safety Agency) upgedatet.

Die Piloten und auch das Bodenpersonal erhält dabei Schulungen, wie sie mit dem neuen Trockeneis-Transport umgehen müssen.

In aller Kürze gelten dabei folgende Maßstäbe:

Die Flugbetreiber und Piloten müssen verstärkt auf die Belüftung beim Transport von Trockeneis achten. Dabei sollten sie den Luftstrom maximieren, auf Defekte der Belüftung achten und auf das Funktionieren des Notsauerstoffsystems achten

Der Frachtraum muss besonders kühl gehalten werden. Je kälter der Frachtraum ist, desto langsamer wird das Trockeneis Gas freisetzen. Der Frachtraum sollte besonders in heißen Kilmazonen so wenig wie möglich geöffnet sein.

Auch werden die Flugzeuge und Piloten mit neuen Co2-Detektoren ausgestattet.

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Michael Sprick
Autor: Michael Sprick

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.