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Übertourismus – ein weltweites Phänomen in Bergen und Naturparks

| von Michael Sprick

Aufgrund der Pandemie ist das Bedürfnis nach Reisen und Ausflügen hoch. Das zieht immer mehr Menschen in die Natur und wird dort zum Problem.


Übertourismus ein weltweites Phänomen in Bergen und Naturparks

Auf der Suche nach Urlaub und frischer Luft ohne Ansteckungsrisiko zieht es immer Menschen in die Natur. Sowohl für den Urlaub als auch den Tagestourismus suchen daher teilweise mehr Menschen als noch in 2019 Berge, Naturparks und Waldgebiete auf.

Ein großes Problem in den Alpen

Der sommerliche Zustrom bricht dieses Jahr mancherorts sogar Rekorde und liegt höher als je zuvor. Eine Entwicklung, die Naturschützer, Anwohner und Wandervereine gleichermaßen besorgt. So zum Beispiel auch den Münchner Alpenverein, der der zweitgrößte Verein nach dem FC Bayern in München nach Mitgliedern ist. 180.000 Bergsteiger und Förderer umfasst der Verein.

In einem Bericht der Süddeutschen erklärt der Geschäftsführer der Münchener Sektion des Alpenvereins, Thomas Urban, welche Herausforderungen der Übertourismus in den Alpen verursacht. Das seien Verkehrsstaus, überbelegte Parkplätze und vor allem Umweltverschmutzung durch hinterlassenen Müll. Was Touristen und Ausflugsreisende besser machen können, fasst Urban kurz zusammen:

„Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und nicht nur am Wochenende in die Berge fahren, auf den Wegen bleiben, Müll wieder mitnehmen.“

Auch in Frankreich ein Problem

Doch das Phänomen beschränkt sich nicht nur auf Deutschland, sondern ist auch bei unseren Nachbarn in Frankreich zu beobachten. Der Figaro zitiert dabei Zahlen der französischen Bürgermeistervereinigung von Bergresorts (ANMSM).

Demzufolge werden die Besuchszahlen der Sommersaison 2021 voraussichtlich sehr positiv ausfallen. Das spiegele sich in den Buchungszahlen von Unterkünften wider. Es sei von einem Buchungsplus von 20 % gegenüber 2020 auszugehen. Die Zahlen lägen dabei sogar höher als 2019. Die Probleme sind dabei die gleichen, die auch in Deutschland auftreten. Überfüllung, Verkehrsstaus und Umweltverschmutzung.

In den französischen Alpen gibt es daher Bestrebungen, die Besuchszahlen in irgendeiner Form zu limitieren. Zum Beispiel, in dem die Hotels und Unterkünfte der betroffenen Regionen mit Belegungsquoten limitiet werden.

Alle großen Naturparks in den USA betroffen

Doch auch in Nordamerika ist ein ähnliches Phänomen zu beobachten. Die New York Times berichtet, wie alle großen Nationalparks überlaufen sind und dass Besucher teilweise bis zu vier Stunden warten müssen, um in die Parks zu gelangen:

„Weitgehend von inländischen Reisebeschränkungen befreit, strömen die Amerikaner in diesem Frühjahr und Sommer in Rekordzahlen in die Nationalparks. Mehrere Parks – darunter der Yellowstone National Park und der Grand Teton National Park – haben bereits monatliche Besucherrekorde aufgestellt. Viele Parks bereiten sich auf das besucherstärkste Jahr ihrer Geschichte vor.

Anstelle von Ruhe finden viele Besucher überfüllte Parkplätze, verstopfte Wanderwege, überfüllte Campingplätze und endlose Warteschlangen vor.“

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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