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Venedig: Eintritt mit Buchung und App ab Sommer 2022

| von Michael Sprick

Das beliebte Reiseziel Venedig, plant, ab Sommer 2022 Gebühren für Besucher zu erheben und den täglichen Eintritt zu begrenzen.


Venedig: Eintritt mit Buchung und App ab Sommer 2022
Blick von der Accademia-Brücke. Bilndachweis: Unsplash / Henrique Ferreira

Italiens berühmte Lagunenstadt, eines der beliebtesten Reiseziele der Welt, will von Touristen verlangen, dass sie ihren Eintritt im Voraus reservieren. Laut dem italienischen Nachrichtenportal Notizie werden wahrscheinlich auch Drehkreuze an wichtigen Zugangspunkten zum historischen Zentrum installiert, um die Besucherzahlen zu überwachen.

Maßnahmen erscheinen nach Touristenstopp in der Pandemie dringlicher

Über derartige Maßnahmen zur Bewältigung des Zustroms von Touristen in das gefährdete Gebiet wurde schon seit Jahren nachgedacht, bevor die Pandemie im Jahr 2020 den Tourismus für Monate zum Erliegen brachte. Teilweise gab es auch schon Begrenzungen für den Eintritt in die Stadt.

Während der Pandemie bekamen die Einwohner und die Verantwortlichen in der Stadt einen Eindruck davon, wie friedlich ihre Stadt sein kann, wenn sich das Wasser der Lagune klärt, seltene Tiere wie Delphine wieder zurückkehren und der Trubel rund um den Tourismus abwesend ist. Für viele war dies eine positive Erfahrung, obwohl viele Venezianer auch im Tourismus und in der Gastronomie arbeiten und daher eine finanziell schwierige Zeit durchmachten.

Tourismus hat sich in diesem Sommer wieder normalisiert

Doch in diesem Sommer hat sich vieles wieder normalisiert. So berichtete der Corriere del Veneto erst am vergangenen Sonntag, dass in Venedig wieder ein richtiger Touristen-Boom stattfindet und dass die Hotels voll belegt sind. Diese Entwicklung wird auch dazu beigetragen haben, dass die Stadt sich dazu entschieden hat, den Zustrom wieder zu begrenzen.

Erst in diesem Monat hat Venedig einen ersten Schritt zur Eindämmung des Tourismus unternommen. Die Stadt führte ein seit langem von vielen Bürgern gefordertes Verbot für große Kreuzfahrtschiffe ein. Diesen ist seit Anfang August die Einfahrt und das Anlegen in der empfindlichen Lagune von Venedig untersagt.

Kreuzfahrtschiffe und andere große Schiffe müssen nun stattdessen einen Ausweichhafen außerhalb von Venedig benutzen. Da es sich nur um einen wenig attraktiven Industriehafen handelt. Dies wird voraussichtlich noch einige Jahre so sein bis ein neuer Kreuzfahrtterminal gebaut wird. Derzeit ist noch nicht klar, wo ein geeigneter Ersatzhafen überhaupt gebaut werden kann.

Venedig: Eintritt nur mit Ticket – Kosten und Organisation

Die Gebühr für die Einfahrt nach Venedig soll nur für Tagestouristen gelten, die aus dem Umland kommen. Die Kosten für die „tassa di sbarco“ werden wahrscheinlich zwischen drei und zehn Euro liegen, je nach Jahreszeit und der Zahl der an einem bestimmten Tag erwarteten Besucher. Einwohner und deren Angehörige sowie Touristen, die ein Hotel in der Stadt gebucht haben, werden wahrscheinlich von der Einreisegebühr befreit sein.

Das Nachrichtenportal Tgcom24 berichtet sogar, dass der Zustrom über eine App geregelt wird. Diese soll zusammen mit elektronischen Gates sowohl Buchung der Tickets als auch den Einlass zur Stadt ermöglichen. Die Pläne für diese Gates stammen schon aus dem Jahr 2019. Jedoch hatte die Regierung der Stadt diese Pläne auf Eis gesetzt, da die Pandemie die Pläne überflüssig achte.

Die Idee, für die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Gebühren zu erheben, ist jedoch nach wie vor umstritten. Stadtrat Marco Gasparinetti sagte, ein solcher Schritt würde Venedig in einen „Themenpark“ verwandeln. Er schlug stattdessen vor, den Zugang nur in den notorisch überfüllten Bereichen, wie dem Markusplatz, zu beschränken. Derzeit sieht es so aus als würden beide Beschränkungen umgesetzt.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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