Reisenews » Venedig und Florenz fordern Einschränkung von Airbnb-Vermietungen

Florenz News

Venedig und Florenz fordern Einschränkung von Airbnb-Vermietungen

| von Michael Sprick

Venedig und Florenz fordern, dass Airbnb-Anbieter stärkeren Einschränkungen unterliegen als bisher.


Venedig und Florenz fordern Einschränkung von Airbnb Vermietungen

Florenz und Venedigs haben gemeinsam einen „Decalogo“ – eine Liste mit zehn Forderungen – an die italienische Regierung geschickt, wie CNN meldet. Angesichts eines touristischen Neustarts wollen die Städte neue Anstöße zur Verbesserung des Tourismus setzen.

Venedig und Florenz – gemeinsam gegen Airbnb

Ein Teil dieser Forderungen ist die Einschränkung von Airbnb-Vermietungen:

„Das Phänomen der Kurzzeitvermietung muss mit klareren Regeln auf nationaler Ebene besser gehandhabt werden“, heißt es in dem Dokument. Es behauptet, dass „ein Gewerbe hinter der Vermietung“ stecke, ohne dass es den gleichen Vorschriften unterliegt wie das reguläre Gastgewerbe. Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass Vermieter über Airbnb deutlich weniger Steuern als Hotels zahlen – 21% im Vergleich zu 60%. Das bedeutet, dass Airbnb-Anbieter Unternehmen munter unterbieten können.

„Die Folge ist, dass zu oft ein unqualifiziertes Angebot das Gesamtangebot des Landes schwächt“, stellen sie fest und fügen hinzu, dass Kurzzeitvermietungen eine „unfaire Konkurrenz“ zu Hotels sind und „Probleme in der Gegend erzeugen können“, wenn es sich um Wohnungen innerhalb eines Wohnblocks handelt.

Vermietungen „fördern die Aushöhlung historischer Zentren aufgrund des Kostenanstiegs bei mittel- und langfristigen Vermietungen.“

„Diese Aushöhlung, die bisher vielleicht nicht so sichtbar war und vielleicht unterschätzt wurde, ist jetzt für jeden klar – besonders in Städten wie Florenz und Venedig“, fügt der Bericht hinzu.

Ein 90-Tage-Limit für Airbnbs

Sie fordern die Regierung auf, „die Situation ernsthaft und vorausschauend in den Griff zu bekommen“ und schlagen vor, alle Vermietungen unter 30 Tagen als touristisch zu klassifizieren und den Eigentümern ein Limit von zwei solcher Vermietungen pro Stadt sowie ein 90-Tage-Jahreslimit für Vermietungen aufzuerlegen.

Viele Objekte auf Airbnb sind im Besitz von Immobilieninvestoren, die in Italiens Kunststädten eine Handvoll Wohnungen aufkaufen, um sie zu vermieten. Sie sind für Touristen relativ günstig, was die Preise in die Höhe treibt und Einheimische aus dem Markt drängt.

Diejenigen, die mehr als zwei Immobilien besitzen oder diese für mehr als 90 Tage vermieten, sollten sich als Unternehmen registrieren lassen, schlagen die Bürgermeister vor – dann würden sie dem dreimal so hohen Steuersystem unterliegen.

Die Städte treten in die Fußstapfen anderer übermäßig besuchter Reiseziele, darunter Paris, das Menschen erlaubt, ihre Hauptwohnsitze für nur 120 Tage im Jahr zu vermieten. In Deutschland ist Hamburg Vorreiter in der Regulation von Airbnb.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

Erhalte jeden Tag alle Neuigkeiten: