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Vereinigung Cockpit fordert staatliche Anerkennung des Pilotenberufs

| von Michael Sprick

Die Vereinigung Cockpit fordert die staatliche Anerkennung des Berufsbildes der Piloten. Was nur wie eine Formalität erscheint, hat in der Corona-Krise weitreichende Folgen.


Vereinigung Cockpit fordert staatliche Anerkennung des Pilotenberufs

“Pilot” oder “Pilotin” sein – geht es nach dem deutschen Staat, gibt es diesen Beruf gar nicht. Um das endlich zu ändern, fordert die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) den deutschen Staat dazu auf, “Pilot” endlich als offizielles Berufsbild anzuerkennen.

Gerade Junge Piloten haben es schwer

Offiziell gelten Piloten nämlich laut VC “als angelernte Arbeitskräfte mit einer Lizenz ähnlich eines Fahrerausweises für Flurförderzeuge (Gabelstablerschein)”. Wer sich einmal mit dem Werdegang eines Piloten beschäftigt hat, weiß, dass die Ausbildung intensiv und schwierig ist. Piloten werden zu Recht auf komplizierte und psychisch strapazierende Situationen getestet. So wollen die Fluggesellschaften ausschließen, dass psychisch labile Menschen in Zukunft ihre Flugzeuge fliegen. 

Die Ausbildung ist zudem kostspielig und kostet einen höheren fünf- oder sogar sechsstelligen Betrag. Diesen müssen Pilotinnen und Piloten oft aus eigener Kasse finanzieren. Bei manchen Fluggesellschaften herrschen darüber hinaus auch noch schwierige Arbeitsbedingungen. Durch die Corona-Krise hat sich die Lage vieler Piloten zusätzlich verschlimmert.

VC: Situation führt zu Komplikationen bei Piloten

Dass der Staat den Pilotenberuf nicht als eigenen Berufsstand anerkennt, ist dabei nicht nur eine Formalität, wie die VC deutlich macht:

“Die fehlende staatliche Anerkennung führt nicht nur regelmäßig zu Benachteiligungen bei Amtsvorgängen, beispielsweise wenn es um die Gewährung staatlicher Leistungen wie den Zugriff auf Weiterbildungen und Umschulungen in der Arbeitslosigkeit geht. Sie verursacht darüber hinaus auch Ungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt, weil Pilotinnen und Piloten bei vielen Auswahlprozessen durchs Raster fallen. Das wird gerade jetzt in der Corona-Krise überdeutlich.”

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Besonders hart dürften es derzeit junge Piloten und Pilotinnen haben. Durch ihre fehlende berufliche Erfahrung sind sie meistens bei sogenannten Discount-Fliegern angestellt, wo sie vermutlich eher aus ihren Verträgen entlassen werden als ältere Kollegen. Haben sie gerade ihre Ausbildung hinter sich, sind sie dementsprechend hoch verschuldet. Dass sie zudem keine „vollen Ansprüche auf Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen“ macht die Situation unnötigerweise noch schwieriger.

In einer ähnlichen Lage befinden sich derzeit auch deutsche Ryanair-Piloten und Flugbegleiter. Hier zweifelt der Staat an, dass Malta Air rechtlich den Flugbetrieb in Deutschland führt. Damit haben deutsche Ryanair-Mitarbeiter keine Ansprüche auf Kurzarbeitergeld. Auch hier setzt sich die VC ein.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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