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Vom Evakuierungsgrund zum Touristenmagnet – Vulkan auf La Palma wird zur Attraktion

| von Michael Sprick

Vom Schrecken zum Touristenmagnet. Der Vulkan Cumbre Vieja ist derzeit die wichtigste Einnahmequelle für La Palma.


Vom Evakueirungsgrund zum Touristenmagnet Vulkan auf La Palma wird zur Attraktion
La Palma - Blick auf den kleineren, inaktiven Vulkan San Antonio. Bildnachweis: Unsplash / Miguel Angel Sanz

Fast 10.000 Touristen befinden sich derzeit auf der spanischen Insel La Palma für das lange Wochenende, das in Spanien an Allerheiligen gefeiert wird. Darüber berichtet die spanische News-Seite NTN24. Schiffs- und Flugtickets sind zumindest aus Spanien teilweise ausverkauft.

Insel teilweise gesperrt – für Vulkantouristen fahren Busse

Mehrere Straßen sind für den Individualverkehr gesperrt, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. So will La Palma vor allem die Mobilität für Forscher, Rettungskräfte und Hilfswerke gewährleisten. Stattdessen organisiert die Insel Busse für die Beförderung von Touristen. Eine besonders beliebte Buslinie führt vom alten Flughafen der Insel zum sogenannten Tajuya-Aussichtspunkt. Es ist derzeit die Haupattraktion, wo sich die meisten Besucher konzentrieren.

Während Forscher an vorderster Front neue Lavaströme untersuchen, filmen die Touristen, das Naturphänomen aus allen Blickwinkeln. Einige Fontänen sollen den Berichten nach eine Höhe von 4000 Metern erreicht haben. Vom Cumbre Vieja sind weiterhin mehrere Ausbrüche zu verzeichnen. Nach Ansicht des wissenschaftlichen Ausschusses könnten sie durch eine Intensivierung des Entgasungsprozesses verursacht werden.

Vulkan ist nach wie vor aktiv – am Wochenende bisher am stärksten

Außerdem hören die Erschütterungen nicht auf. Am vergangenen Samstag wurde auf der Insel ein Erdbeben der Stärke 5 registriert, das stärkste Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen, das teilweise auch auf den anderen Inseln der Kanaren zu spüren war. Gleichzeitig dringen die Lavaströme wieder vor, nachdem sie einige Tage lang stagniert oder sich über bereits verwüstete Gebiete ausgebreitet hatten.

Inzwischen ist der erste Ausbruch des Cumbre Vieja mehr als 40 Tage her. Die Regierung und die Behörden von Cumbre Vieja begrüßen derweil den Touristenzustrom. Zuvor hatten sie die Insel immer wieder als sicheres Touristenziel beworben.

Gefahrenpotential stetig neu bewertet

Lediglich in bestimmten Gemeinden der Insel herrscht noch Gefahr. Diese sind aber bereits evakuiert oder stehen in Alarmbereitschaft und sind für Touristen nicht zugänglich. Die Behörden und Forscher überwachen dabei die Vulkanaktivität, um die Insel und Bewohner sowie Besucher im Ernstfall rechtzeitig warnen und Evakuierungen einleiten zu können.

Dabei geht die Gefahr nicht nur von den Erdbeben und den ausgestoßenen Gesteins- und Lavamassen aus. Auch toxisches Schwefeldioxid stellt ein mögliches Gefahrenpotential dar. Derzeit soll die Luftqualität aber unbedenklich sein, da der als gefährlich eingestufte Grenzwert für Schwefeldioxid nicht erreicht ist. Auch die Zahl als auch die Stärke der Erdbeben soll wieder zurückgegangen sein.

Gerade nach der Corona-Krise ist La Palma auf Tourismus angewiesen

Die Wirtschaftstätigkeit des Tourismus macht mehr als 20 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von La Palma aus und ist eine wichtige Einnahmequelle für kleine Unternehmen und Selbstständige, die andere Dienstleistungen als Beherbergung anbieten, wie z. B. Gastronomie oder aktive Freizeitgestaltung, die seit dem Vulkanausbruch wieder ohne Einkommen dastehen.

Dabei begann La Palma bereits im Oktober wieder damit, Touristen für die Wintersaison zu empfangen. Nach Angaben der Stadtverwaltung und des Hotelverbands hat der Vulkan zu einem Rückgang der Buchungen um 71 % geführt.

Das ist auch entscheidend, da der Vulkan Cumbre Vieja bisher 2.562 Gebäude zerstört und 2.708 in Mitleidenschaft gezogen haben soll. Des Weiteren sollen vor allem Agrarflächen für den Anbau von Wein, Avocado und Bananen beschädigt sein. Zu Toden soll der

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Ob das Spektakel eine Reise und vor allem das Risiko wert ist, kann ich als Redakteur von Reiseuhu-News nicht bewerten. Der Artikel dient an dieser Stelle nur der Information und stellt keine Reise-Empfehlung dar.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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