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Vulkanausbruch auf den Kanaren – 5000 Einwohner und Touristen evakuiert

| von Michael Sprick

Die Behörden auf der Kanareninsel La Palma haben nach einem Vulkanausbruch die Evakuierung von 5.000 Menschen angeordnet.


Vulkanausbruch auf den Kanaren 5000 Einwohner und Touristen evakuiert
Ausbruch des Ätnas. Bildnachweis: Unsplash / Piermanuele Sberni


Eine Vulkaneruption ereignete sich am gestrigen Sonntagnachmittag in Cumbre Vieja auf der Insel La Palma auf den Kanarischen Inseln. Darüber berichtet die spanische Zeitung El Diario.

Vulkan brach Sonntagnachmittag aus

Die Eruption ereignete sich nach mehr als einer Woche, in der etwa 25.000 Erdbeben in der Gegend stattgefunden haben. Sie begannen zunächst in mehr als 20 Kilometer Tiefe und sind nach und nach bis zur Oberfläche aufgestiegen. Deshalb hatte die Regierung der Inseln zunächst die Alarmstufe gelb ausgesprochen.

Der spanische Premierminister Pedro Sanchez traf auf der Insel ein, nachdem der Vulkan Cumbre Vieja begonnen hatte, Lava auszustoßen. Da es sich um eine Katastrophe handelt, die die ganze Nation aufmerksamverfolgt, brach er sein geplante Reise in die USA ab.

Evakuierung von 5000 Menschen

Nachdem sich abgezeichnet hatte, dass der Vulkan tatsächlich vor einer Eruption stand, begann die Evakuierung der Bevölkerung. Zusammen mit etwa 500 Touristen sollen es insgesamt rund 5000 Menschen gewesen sein. Die Evakuierung der gefährdeten Bevölkerung erfolgte angesichts der Tatsache, dass die seismische Aktivität auf der Insel La Palma den höchsten Stand seit ihrem Beginn erreicht hatte. Die Warnstufe sprang daher auch am Sonntag unmittelbar von gelb auf rot, womit die Behörden die Zwischenstufe orange übersprangen.

Der Vulkan begann am Sonntagnachmittag zu brodeln. Zuerst gab es ein Beben, dann eine starke Explosion, die eine Rauch- und Aschesäule erzeugte, der bald darauf Lavaströme folgten, die aus mehreren Eruptionsschächten viele Meter über den Boden stiegen. Experten des Vulkanologischen Instituts der Kanarischen Inseln (Involcan) zählten bis zu acht.

Der Präsident der kanarischen Regierung, Ángel Víctor Torres, zeigte sich „sehr erleichtert“ darüber, dass der Ausbruch in einem „unbewohnten Gebiet“ stattfand, und hob die Rolle der Wissenschaftler bei der Einschätzung der Katastrophe hervor. So wäre Einschätzung der Wissenschaftler zum Ausbruchspunkt sehr genau gewesen. Er läge nur „300 Meter von der vorhergesagten Stelle“ entfernt.

Gefahr ist noch nicht gebannt

Sanchez sagte, dass die Behörden Brände, die von der brennenden Lava ausgehen könnten, genau beobachten. Das Militär und die Guardia Civil sind zur Unterstützung auf die Kanaren gekommen. Der Vulkanausbruch auf der Insel La Palma hat bisher keine Todesopfer oder Personenschäden verursacht, aber er hat bereits acht Häuser in Mitleidenschaft gezogen. Es werden aller Voraussicht nach noch mehr werden, wenn sich die Lava der Küste nähert.

Die kanarische Regierung bestätigte, dass die kontinuierliche Überwachung der seismischen Aktivität verstärkt wurde und die Öffentlichkeit über alle signifikanten Veränderungen informiert werden wird. Zuletzt hieß es, dass die seismische Aktivität weiter anhält.

„Die seismische Aktivität auf La Palma hält weiter an, mit lokalen Ereignissen sowohl an der Oberfläche als auch in Tiefen von bis zu 8 km“, heißt es in einer Erklärung von Involcan.

Anhand der gesammelten Daten wird auch geschätzt, dass der Ausbruch „mehrere Wochen, wenn nicht sogar einige Monate“ dauern könnte, so der Koordinator des Instituts, Nemesio Pérez. Die Dauer des Ausbruchs wird von der Menge des Magmas abhängen das sich im „Reservoir“ des Vulkans angesammelt hat.

Alle Flughäfen geöffnet

Torres sagte, er sei überzeugt, dass „der Schaden materiell“ und nicht persönlich sein werde. Er betonte, dass die Flughäfen auf den Kanarischen Inseln, einschließlich La Palma, geöffnet sind. Weiterhin seien Touristen in der Lage mit allen notwendigen Sicherheits- und Gesundheitseinrichtungen Urlaub auf den Kanaren zu machen.

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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