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Wochenend-Lockdown in der Türkei gilt nicht für Touristen – bei weltweit höchstem Inzidenzwert

| von Michael Sprick

In keinem Land liegt der Inzidenzwert derzeit so hoch wie in der Türkei. Während für die Einwohner ein harter Wochenend-Lockdown gilt, dürfen sich Touristen weitestgehend frei im Land bewegen.


Türkei: Wochenend Lockdown gilt nicht für Touristen Inzidenzwert über 1200

Seit dem 4. Dezember gilt in der Türkei ein Wochenend-Lockdown. Dieser gilt von 21 Uhr am Freitag bis um 5 Uhr am Montag. Zusätzlich gibt es noch Ausgangssperren unter der Woche, die ebenfalls von 21 Uhr bis 5 Uhr gelten. 

Dieser sehr harte Lockdown wird bisher ohne größere Verstöße durchgesetzt, gilt aber nur für Einwohner der Türkei. Dies hat die widersprüchlich erscheinende Konsequenz, dass sich Touristen weitestgehend ohne Einschränkungen im Land bewegen und von der Situation profitieren können.

Wochenend-Lockdown gilt nicht für Touristen

Flüge und Hotelbuchungen sind in der Türkei für Besucher weiterhin möglich. Außerdem ist es Hotelrestaurants, Museen und anderen Attraktionen und Dienstleistern für Touristen gestattet, auch am Wochenende geöffnet zu haben.

Durch Ausweiskontrollen stellt die Polizei sicher, dass sich nur Touristen und Menschen mit entsprechender Arbeitserlaubnis auf den Straßen befinden. Bei Verstößen wird ein Bußgeld von 3150 Lira (umgerechnet etwa 330 Euro) fällig.

Dieses Vorgehen ist eine Reaktion auf den seit Ende November stark steigenden Inzidenzwert (Infektionen pro 100.000 Einwohner). Die 7-Tage-Inzidenz lag bei Beschluss des strikteren Lockdowns bei über 250. Im Folgenden stieg der Wert sogar noch weiter stark. So sprang der Wert am 11. Dezember noch auf 1203 Infektionen. Erst seitdem sind die Zahlen leicht rückläufig und liegen heute, am 16. Dezember bei 1191.

Tourismus – ein wichtiger Sektor in der anhaltenden Wirtschaftskrise

Bei türkischen Bürgern sorgt die Ausnahme für Touristen vom Lockdown für starke Kontroversen. Diese Handhabung ist aber dem Umstand gerechnet, dass die Türkei schon vor der Corona-Krise starke wirtschaftliche Probleme hatte. Der Tourismus gilt als eine wichtige Schlüssel-Industrie für das Land am Bosporus.

US-Sanktionen vom letzten Jahr und eine seit Jahren schwelende Währungskrise machen dem Land noch immer zu schaffen. Im Zusammenhang mit der Corona-Krise erlitt die Türkei in diesem Jahr den schwersten Konjunktureinbruch seit über einem Jahrzehnt. Das statistische Amt der Türkei (TÜIK) rechnet mit einem Umsatzeinbruch von fast 70% für die Tourismusbranche (von 34,5 Mrd. US-Dollar auf etwa 11 Mrd. US-Dollar.) 

Michael Sprick
Autor:

Micha ist ein Work-and-Travel-Enthusiast. Im Tourismus hat er als Stadtführer in Brüssel und Köln gearbeitet. Mit Reiseuhu News verbindet er seine beiden Leidenschaften Reisen und Journalismus.

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